Handelskammer stellt Forderungen zur Life Science-Strategie
Der internationale Wettbewerb um Investitionen nimmt massiv zu. Der Wirtschaftsverband fordert Reformen und rasche Entscheide.

Anlässlich der Podiumsveranstaltung Life Science Cluster übergab Handelskammer-Direktor Martin Dätwyler am Mittwoch eine Reihe von Forderungen an nationale Behördenvorsitzende. Konkret an:
- Anne Lévy, Direktorin Bundesamt für Gesundheit (BAG)
- Ronald Indergand, Leiter Direktion für Wirtschaftspolitik Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO)
Der Forderungskatalog soll in die im Januar gestarteten Arbeiten der nationalen Arbeitsgruppe «Life Sciences Strategie» einfliessen.
Ausgelöst wurde die Arbeitsgruppe durch zwei gleichlautende Vorstösse von Ständerätin Eva Herzog (SP) und Nationalrätin Patricia von Falkenstein (LDP). Ihr Auftrag: Ausarbeitung einer nationalen Strategie für die Pharma- und Biotechindustrie.
Hintergrund: Die Handelskammer beider Basel (HKBB) sieht eine markante Verschärfung beim internationalen Wettbewerb um Investitionen in den Life Sciences. Während andere Länder ihre Life Sciences-Standorte strategisch stärken, gerät die Schweiz zunehmend unter Druck.
Ohne rasche und entschlossene Reformen droht der Life Sciences-Standort Region Basel und damit die Schweiz im internationalen Standortwettbewerb weiter zurückzufallen, so die HKBB.
Die Forderungen
- Rascher und breiter Zugang zu innovativen Therapien und Lösungen, unter anderem durch eine deutliche Beschleunigung der Medikamentenvergütung sowie eine Modernisierung des Preisbildungssystems, das Innovationen fair honoriert.
- Zügigere Verfahren bei klinischen Studien, unter anderem durch gesetzlich verankerte Fast Track-Genehmigungen, um Forschung und Entwicklung in der Schweiz zu halten.
- International anschlussfähige regulatorische Rahmenbedingungen in Forschung und Entwicklung, ohne zusätzliche nationale Sonderauflagen, die den Standort benachteiligen.
- Schnellere und effizientere Zulassung innovativer Pflanzenschutzmittel, inklusive der Übernahme von Zulassungen angrenzender Länder.
- Konsequenter Schutz des geistigen Eigentums in einem zunehmend kompetitiven internationalen Umfeld.
- Verantwortungsvolle Nutzung von Gesundheitsdaten als Grundlage für digitale Innovationen.
- Verlässliche wirtschaftliche Rahmenbedingungen, insbesondere stabile Beziehungen zur EU und ein planbares regulatorisches Umfeld ohne zusätzliche Swiss Finish-Regulierungen.
- Sicherung des Zugangs zu hochqualifizierten Fachkräften, einschliesslich Personenfreizügigkeit, ausreichender Kontingente für Drittstaaten sowie einer Stärkung der Berufsbildung.
- Ein attraktives Umfeld für Investitionen, mit verhältnismässigen Auflagen, ausreichenden Entwicklungs- und Produktionsflächen und einer standortverträglichen Umsetzung der OECD-Mindeststeuer.
Martin Dätwyler, Direktor der Handelskammer beider Basel, betonte die politische Dringlichkeit der Forderungen: «Der Standortwettbewerb wird mit harten Bandagen geführt. Wenn die Schweiz ihre führende Rolle in den Life Sciences behaupten will, braucht es jetzt klare und mutige Entscheide. Unser Forderungskatalog zeigt konkret auf, wo der Bund handeln muss.»
Die Übergabe des Forderungskatalogs an die Bundesvertreterin und den Bundesvertreter unterstreiche den Anspruch des Life Sciences Cluster Basel, die Arbeiten der nationalen Arbeitsgruppe aktiv zu begleiten und praxisnah zu unterstützen.
Am Life Science Cluster nahmen nebst Dätwyler, Levy und Indergand auch Katharina Gasser, General Manager Roche Pharma Schweiz, Reto Kessler, Country Manager Switzerland BeOne Medicines und Deborah Strub, Leiterin Cluster & Initiativen Handelskammer beider Basel teil. (cb)
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