Pilotprojekt «Weed Care»: Weniger Risiken, stabiler Konsum
Nach drei Jahren zieht der Kanton Basel-Stadt eine positive Zwischenbilanz seines Cannabis-Pilotprojekts «Weed Care».

Die Studie zur kontrollierten Abgabe von Cannabis zeigt: Ein regulierter Zugang kann problematischen Konsum reduzieren – ohne dass insgesamt mehr konsumiert wird.
Das Projekt startete Anfang 2023 mit 378 Teilnehmenden. Heute sind noch rund 70 Prozent davon aktiv dabei. In dieser Zeit habe sich insbesondere der riskante Konsum verändert, heisst es vom Gesundheitsdepartement Basel-Stadt. So sei etwa der Konsum von Joints mit Tabak deutlich zurückgegangen. Gleichzeitig blieb die monatlich bezogene Menge pro Person über die gesamte Studiendauer hinweg stabil.
Auch bei der Produktwahl zeigt sich ein Wandel: Seit der Einführung von nicht rauchbaren Formen wie Cannabisöl, Vapes und Sprays im Herbst 2025 greifen viele Teilnehmende auf diese Alternativen zurück. Sie machen inzwischen knapp ein Fünftel der bezogenen Menge aus.
Neben Veränderungen im Konsumverhalten verzeichnet die Studie auch gesundheitliche Verbesserungen. Depressive Symptome, Angstzustände und psychoseähnliche Beschwerden seien im Verlauf der drei Jahre zurückgegangen. Zudem hätten die Teilnehmenden weniger Alkohol und andere psychoaktive Substanzen konsumiert.
Studie wird bis Anfang 2027 verlängert
Studienleiter Marc Walter führt die positiven Effekte unter anderem auf die Entkriminalisierung im Studienrahmen zurück. Der legale Zugang zu geprüften Produkten sowie der niederschwellige Kontakt in Apotheken trügen zur Entstigmatisierung bei und erleichterten einen kontrollierten Konsum.
Insgesamt wurden in den ersten drei Jahren rund 113 Kilogramm Cannabisprodukte sowie kleinere Mengen an Ölen und Vapes abgegeben. Die Zufriedenheit mit dem Angebot ist gestiegen: Drei Viertel der Teilnehmenden bewerten die Produktqualität positiv.
Für die Verantwortlichen liefern die bisherigen Ergebnisse wichtige Hinweise für die Zukunft. «Die Resultate zeigen klar den Bedarf nach einer gesetzlich geregelten Cannabisabgabe», wird Regine Steinauer vom Gesundheitsdepartement zitiert.
Die Studie wird bis Anfang 2027 verlängert. Neben neuen Produktformen wurde auch ein Angebot für sogenanntes Drug Checking eingeführt, also die Analyse von auf dem Schwarzmarkt erworbenen Substanzen – bisher allerdings mit geringer Nachfrage.
Am Ende soll ein Schlussbericht stehen, der zusammen mit anderen Schweizer Pilotprojekten als Grundlage für die politische Debatte über eine mögliche Regulierung von Cannabis dienen dürfte.
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