Primeo Energie steigert Gewinn, obwohl Umsatz sinkt
Die Energiegenossenschaft Primeo Energie hat im Geschäftsjahr 2025 ihren Gewinn deutlich gesteigert – und das trotz eines spürbar rückläufigen Umsatzes.

«Die grösste Herausforderung im laufenden Jahr wird der Iran-Krieg»: Das sagte Primeo Energie-CEO Cédric Christmann am Donnerstag anlässlich der Bilanzmedienkonferenz des Münchensteiner Energieversorgers. Während die Strompreise im Ausland in den letzten drei Wochen teilweise stark gestiegen seien, habe eine solche Entwicklung in der Schweiz noch nicht stattgefunden. «Entscheidend wird sein, wie lange der Krieg andauert – und ob die Gasspeicher bis im Herbst gefüllt sind».
Was das zurückliegende Geschäftsjahr 2025 betrifft, das Christmann den Medien gemeinsam mit Finanzchef Dominik Zimmermann präsentierte, zeigte sich der Unternehmensleiter zufrieden. Der Gewinn betrug 109 Millionen Franken, nach 91 Millionen im Vorjahr. Das operative Ergebnis (EBIT) legte leicht auf 127 Millionen Franken zu.
Der Umsatz hingegen sank deutlich von 2,3 auf 1,8 Milliarden Franken. Hauptgründe dafür seien gesunkene Strompreise sowie ein insgesamt tieferes Absatzvolumen in der Schweiz. Konstant geblieben ist die Bilanzsumme von rund 3 Milliarden Franken, derweil sich die Eigenkapitalquote mit 59 Prozent leicht verbessert hat.
Bermerkenswert: Während der heimische Markt für Primeo herausfordernd ist – auch wenn wieder schwarze Zahlen geschrieben wurden – verdient das Unternehmen in Frankreich gutes Geld und verzeichnet ein starkes Wachstum. In nur einem Jahr wurden 120'000 neue Privatkunden gewonnen. «In Frankreich sind die Margen besser», erklärte Finanzchef Zimmermann.
Sorgenfalten bereitet den Baselbieter Energiemanagern die Regulierung seitens der Politik. Dass die Verzinsung der Netzinfrastruktur von 5 auf 3,5 Prozent gesenkt worden sei, führe dazu, dass Einnahmen und Ausgaben nicht mehr im Lot seien. «Wir stellen eine Finanzierungslücke fest. Es sind hohe Investitionen in die Netzinfrastruktur erforderlich, die sich mit den aktuellen Stromtarifen nicht decken lassen», sagte Christmann.
Konsequenz: Man verzichte nicht auf Investitionen, verteile diese aber auf eine längere Laufzeit. In den letzten drei Jahren investierte Primeo Energie 477 Millionen Franken, für 2026 sind weitere 200 Millionen Franken vorgesehen. Schwerpunkte sind der Ausbau von Strom- und Wärmekapazitäten sowie die Weiterentwicklung hin zu einem integrierten Anbieter von Energielösungen.
Ohnehin bleibe das Netzgeschäft angespannt. Denn auch der geringere Stromverbrauch – insbesondere in der Industrie – belastete die Erträge. Zusätzlich verzichtete Primeo Energie «bewusst» auf über 11 Millionen Franken Gewinn, um die Stromtarife in der Grundversorgung zu entlasten.
Fortschritte vermeldet das Unternehmen bei der Energiewende: Die Zahl der Photovoltaikanlagen im Netzgebiet stieg auf knapp 9’800, während digitale Angebote und neue Dienstleistungen weiter ausgebaut wurden. So hat Primeo Energie eine App für Privaktunden eingeführt, die am Hauptsitz in Münchenstein lanciert wurde und nun Schritt für Schritt auch für weitere Gemeinden ausgerollt wird. (lm / ck)
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