30.03.2026 News aus der Region

Trams sollen ab 2030 über die Mar­ga­rethen­verbindung fahren

Die neue Tram­strecke soll die Basler Innen­stadt vom Tram­verkehr entlasten. Sie bindet zudem das Leimen­tal schneller an den Bahnhof Basel SBB.

Bild: Martin Regenass

Als «Meilenstein in der Tramnetzentwicklung» bezeichnen die beiden Basel die Realisierung der Margarethenverbindung. Damit hoffen die Kantons-Regierungen, den gordischen Knoten des umstrittenen Themas durchschlagen zu haben. 2017 hatte das Baselbieter Stimmvolk den sogenannten Margarethenstich deutlich abgelehnt. Vom Tisch war das Thema aber nie. 

Nun soll bereits in vier Jahren das Tram 17 über die Margarethenverbindung fahren. Für das Projekt liegt schon eine rechtskräftige Baubewilligung vor, heisst es in der gemeinsamen Medienmitteilung der Kantone Basel-Stadt und Baselland vom Montag.

Der Bau soll «möglichst bereits» 2028 beginnen. Damit könnte die Tramlinie 17 ab 2030 ab der Haltestelle Dorenbach über den Margarethenstich zum Bahnhof Basel SBB und weiter via Wettsteinbrücke zum Badischen Bahnhof verkehren.

Das Bauprojekt für die Margarethenverbindung umfasst die Tramstrecke zwischen den beiden Haltestellen Dorenbach und Margarethen, die bereits gemäss den Vorgaben des Behinderten-Gleichstellungsgesetzes des Bundes umgebaut wurden. 

So sieht der Plan aus

So soll die Tramlinie 17 fahren. Grafik: Kanton BS

Die Margarethenverbindung soll die Basler Innenstadt von einer Tramlinie entlasten. Davon profitiere das gesamte Tramnetz, denn heute verkehren bis zu sieben Linien zwischen der Schifflände und dem Barfüsserplatz. Eine Linie weniger bringe hier bereits eine spürbare Entlastung.

Das führt insbesondere im Fall einer Störung zu Staus und Verzögerungen auf all diesen Linien, heisst es in der Mitteilung. Davon verspricht sich der Kanton eine erhöhte Pünktlichkeit der Trams und eine stärkere Zuverlässigkeit der Verbindungen.

Mit dem Perronzugang Margarethen entsteht im Raum Margarethenbrücke-Markthalle eine neue Verkehrs-Drehscheibe, die auch zur Entlastung des Centralbahnplatzes beitragen soll. Künftig dürfte rund die Hälfte der Tramfahrgäste den Bahnhof Basel SBB über die Margarethenbrücke beziehungsweise den Markthallenplatz betreten oder verlassen – so zumindest die Erwartung der Kantone. 

Darüber hinaus entsteht mit der Margarethenverbindung eine zusätzliche Anbindung des Leimentals an das städtische Tramnetz.

Bis zu zwölf Minuten weniger Reisezeit

Das Baselbiet soll von schnelleren Zugängen in die Stadt stark profitieren. Mit der Margarethenverbindung wird das Leimental direkt an den Bahnhof Basel SBB und «die Arbeitsplatzgebiete» rund um die Roche und den Badischen Bahnhof angebunden. Das Gundeli erhält eine zusätzliche Verbindung Richtung Wettsteinplatz und zum Badischen Bahnhof sowie eine Direktverbindung ins Leimental.

Sobald die Tramlinie 17 zum «S-Tram» beschleunigt werden könne, weil sie nur noch einmal pro Ortschaft halte, so der Plan, sparten die Fahrgäste aus dem Leimental auf der Fahrt zum Bahnhof Basel SBB «bis zu zwölf Minuten» Reisezeit.

Dies sei der Fall, sobald das Tramkreuzungsverbot auf der Margarethenbrücke aufgehoben werde. Damit soll auch der Umstieg vom Auto zum öffentlichen Verkehr gefördert werden.

11 Millionen Franken für Basel-Stadt, 900'000 Franken für das Baselbiet

Den Grossteil der Kosten für die neue Tramverbindung übernimmt nebst dem Bund der Kanton Basel-Stadt «gemäss Territorialprinzip». Dies haben die beiden Basler Regierungen bereits im Mai 2024 entschieden und kommuniziert.

Der Basler Regierungsrat beantragt dem Grossen Rat für das Vorhaben nun Ausgaben von insgesamt 18 Millionen Franken, wobei der Bund bis zu 40 Prozent der Kosten via Agglomerationsprogramm übernehmen wird. Somit verbleiben für den Kanton Basel-Stadt noch Kosten von rund 11 Millionen Franken, so die Mitteilung.

Gemäss dem sogenannten «Bruttoprinzip» muss die Regierung dem Grossen Rat aber auch den Beitrag des Bundes sowie des Kantons Basel-Landschaft formell beantragen.

Vom Totalbetrag entfallen rund 7 Millionen Franken auf die Umgestaltung des Margarethenstichs, rund 6,5 Millionen Franken auf die neuen Gleisanlagen und rund 3,3 Millionen Franken auf die Bahnsicherungsanlage am Knoten Dorenbach.

Der Anteil des Baselbiets an der Margarethenverbindung liegt brutto bei rund 900'000 Franken. Die Baselbieter Regierung hat diesen bewilligt. Da der Betrag in die Ausgabenkompetenz der Baselbieter Regierung fällt, sei keine Landratsvorlage notwendig. 

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Begrünung der Heuwaage angekündigt

Die neue Linienführung mache die Tramwendeschlaufe an der Heuwaage überflüssig, da Trams bei einem Störungsfall in der Basler Innenstadt künftig über die Margarethenverbindung ausweichen könnten.

Deshalb werde der Kanton Basel-Stadt die Heuwaage «vollständig neu gestalten». Die «unübersichtliche Kreuzung» soll durch einen grossen Kreisel ersetzt und die Heuwaage begrünt werden. Der Kanton kündigt zudem an, die Binningerstrasse zwischen der Haltestelle Zoo und der Heuwaage zu sanieren. Dabei würden die Haltestellen so umgebaut, dass alle hindernisfrei einsteigen könnten. Zudem wird auf diesem Abschnitt durchgängig eine Doppelspur erstellt.

Der Regierungsrat werde dem Grossen Rat im Verlauf des Jahres einen entsprechenden Ratschlag unterbreiten. Ohne die Margarethenverbindung wäre nur eine eingeschränkte Umgestaltung der Heuwaage möglich.

Zudem wäre während der rund zweijährigen Bauarbeiten an der sanierungsbedürftigen Binningerstrasse ein kostspieliger Tram-Ersatzbetrieb zwischen Oberwil Hüslimatt und der Innenstadt nötig. Dank der Margarethenverbindung kann der Kanton Basel-Stadt «gemäss ersten Schätzungen» über zehn Millionen Franken sparen. (cb)

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