17.04.2026 News aus der Region

Pest traf in Basel vor al­lem ar­me Ju­gend­li­che

Neue For­schun­gen zu Ske­lett­fun­den aus dem 16. und 17. Jahrhundert zeigen, dass die letzte grosse Pest­wel­le in Basel besonders Ju­gend­li­che aus ar­men Bevölkerungsschichten hart traf.

Die Ausgrabungen wurden zwischen 2016 und 2017 durchgeführt. Bild: Philippe Saurbeck, Archäologische Bodenforschung Basel-Stadt

Zu diesem Schluss kommt ein interdisziplinäres Forschungsteam der Universität Basel, das seine Ergebnisse in der Fachzeitschrift Antiquity veröffentlicht hat. Grundlage der Studie sind 279 Bestattungen, die bei Ausgrabungen im Basler Stadtcasino zwischen 2016 und 2017 entdeckt wurden. Die Gräber gehören zum ehemaligen Friedhof des Almosens, einer Einrichtung für Bedürftige und Randständige.

«Die Datierung dieser Gräber bietet eine seltene Gelegenheit, die Auswirkungen der Pest auf reale Menschen in einer frühneuzeitlichen Stadt wissenschaftlich zu untersuchen», wird die Archäoanthropologin Laura Rindlisbacher zitiert. Unter den Toten fanden sich auch zahlreiche Opfer der Pest, die Basel 1667/1668 heimsuchte.

Anhand von genetischen Analysen konnte bei mehreren Bestatteten der Pesterreger Yersinia pestis nachgewiesen werden. Radiokarbondatierungen ermöglichten es zudem, die Toten verschiedenen Pestwellen des 17. Jahrhunderts zuzuordnen.

Auffällig ist das junge Durchschnittsalter der Opfer der letzten Epidemie: Es lag bei lediglich 17,7 Jahren. Die Untersuchungen der Skelette zeigen zudem, dass viele der Verstorbenen bereits in jungen Jahren körperlich schwer arbeiten mussten und häufig unter Mangelernährung sowie Krankheiten litten.

Arbeit unter schlechten hygienischen Bedingungen

«Somit traf die Pest jene, die eh schon als Kinder hohen körperlichen Belastungen ausgesetzt waren, am härtesten», heisst es in der Mitteilung der Archäologischen Bodenforschung. Die Forschenden führen die hohe Betroffenheit dieser Gruppe auch auf soziale Faktoren zurück.

Historische Quellen belegen, dass während der Pest Einschränkungen wie Marktverbote galten. Menschen ohne soziales Netzwerk oder finanzielle Mittel konnten sich solche Massnahmen jedoch oft nicht leisten und waren gezwungen, weiterhin zu arbeiten und sich zu versorgen – meist unter schlechten hygienischen Bedingungen.

Die Studie macht deutlich, dass soziale Ungleichheit den Verlauf von Krankheiten schon in der frühen Neuzeit stark beeinflusste. Gleichzeitig geben die Funde Einblick in das Leben von Bevölkerungsgruppen, die in historischen Quellen bislang kaum Beachtung fanden. (mei)

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