21.05.2026 News aus der Region

Fast nirgends lesen und rechnen die Schüler so schlecht wie in Basel

Das zeigt die nationale Über­prüfung der Grund­kompe­tenzen in Lesen und in Mathe­matik. Erziehungs­direktor Mustafa Atici kündigt Massnahmen an.

Symbolbild: Unsplash

Die Erkenntnis ist leider keine neue: Basel-Stadt hinkt bei der Bildung im interkantonalen Vergleich hinterher. Das bestätigen nun auch die Ergebnisse der nationalen Überprüfung der Grundkompetenzen im Lesen und in Mathematik. 2024 wurden die Grundkompetenzen von Schülerinnen und Schülern der 2. Primarklasse in den Bereichen Lesen, Hören und Mathematik erstmals überprüft. 

Und die Resultate zeigen: Sowohl beim Lesen wie beim Rechnen belegt die Basler Schülerschaft jeweils den zweitletzten Tabellenrang und liegt statistisch signifikant unter dem nationalen Durchschnitt. Im Lesen erreichen nur 73 Prozent der Schülerinnen und Schüler die Grundkompetenzen – in der Mathematik 70 Prozent. Im Hörverständnis liegt Basel-Stadt zumindest nahe am Schnitt der Vergleichskantone.

Nur in Bern ist das Leseverständnis der Schülerinnen und Schüler schlechter als in Basel-Stadt.
Und nur die Schülerschaft in Luzern ist schlechter im Rechnen.

Gemäss der nationalen Überprüfung besteht ein deutlicher Zusammenhang zwischen Bildungserfolg und sozialer Herkunft sowie der zuhause gesprochenen Sprache. 39,2 Prozent der Bevölkerung besassen Stand April 2026 in Basel-Stadt eine ausländische Staatsangehörigkeit, wie das Statistische Amt ebenfalls heute Donnerstag mitteilt.

Das Geschlecht der Kinder spielt dagegen kaum eine Rolle.

Atici kündigt Massnahmen an

Die Ergebnisse zeigen «Handlungsbedarf», teilt das Basler Erziehungsdepartement mit. «Die Resultate bestätigen, wie wichtig die datengestützte Weiterentwicklung der Volksschule und der Chancengerechtigkeit sind», sagt der zuständige Regierungsrat Mustafa Atici (SP).

Und er kündigt Massnahmen an: «Aus den Ergebnissen werden wir Verbesserungen ableiten».

Das Erziehungsdepartement werde die Resultate mit bestehenden kantonalen Daten vergleichen und «vertiefende Analysen» vornehmen. Ziel sei es, die Ursachen besser zu verstehen und Massnahmen dort anzusetzen, wo sie die grösste Wirkung entfalten können.

Bereits heute würden Arbeiten zur Stärkung der Leseförderung laufen. Ein Bericht mit konkreten Vorschlägen wird bereits im Juni erwartet. Darauf aufbauend sollen weitere Massnahmen definiert und priorisiert werden. (as)

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