Theater Basel präsentiert 30 Premieren und 12 Uraufführungen
In der nächsten Spielzeit ab August 2026 soll die Demokratie unter die Lupe genommen und gesellschaftliche Entwicklungen hinterfragt werden, verkündet die Leitung.

Mit den aktuellen politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen hat das Theater Basel die kommende Spielzeit ab Herbst 2026 übertitelt. Interessanterweise begann Intendant Benedikt von Peter die Medienkonferenz zum Spielplan nicht mit den traditionellen Sparten Oper, Ballett oder Schauspiel – sondern widmete sich zunächst dem Foyer oder «Theater Public».
60'000 Personen seien in der vergangenen Spielzeit dort registriert worden, so von Peter. Die Spielzeit eröffnet entsprechend mit einem neuntägigen Diskursformat des Theater Public, das sich der Demokratie widmet, heisst es in der Medienmitteilung. Angekündigt werden 30 Premieren und zwölf Uraufführungen.
Foyer: Familientage, Kindernachmittage und Demokratie-Diskussion
Die Spielzeit des Theaters startet mit einem interaktiven Projekt: ‹Demokratie› vom 22. bis 30. August richte sich «an junge Erwachsene» und nehme das System «kritisch in den Blick».
Ansonsten soll das Foyer Public weiterhin als niederschwelliges Begegnungszentrum mit Gastronomie-Angebot dienen. Geboten werde ein vielfältiges, familienfreundliches Programm mit wöchentlichen Kindernachmittagen und Spielclubs, in denen Kinder und Jugendliche selbst Theater machen können.
Der Adventskalender feiert sein 20-jähriges Jubiläum: Jeden Abend um 17 Uhr wartet im Foyer eine kleine Überraschung mit Kostproben aus Ballett, Schauspiel und Oper. Im Jubiläumsjahr gibt es eine Gala. Im «partizipativen» Musiktheater ‹Grosses Solo› (Premiere: 4. Februar) wirken Chöre, Boxclubs, Kochgruppen und Publikum gemeinsam mit.
Oper: Strikt heutige Perspektive
Das monumentale Chorwerk ‹Moses und Aron› von Arnold Schönberg nimmt Benedikt von Peter «als grenzüberschreitende Koproduktion zusammen mit dem Theater Freiburg» in Angriff (Premiere: 3. Oktober).
- Neues: Die Künstlerinnen-Performance ‹If I do not return› (Premiere 11. Oktober) in der Elisabethenkirche soll neue Klanglandschaften in einem futuristischen Oratorium präsenieren. Das Musical ‹West Side Story› (Premiere: 23. Oktober) werde in die Gegenwart übertragen.
- Klassisches: Von Mozart wird die Oper ‹Le nozze di Figaro› (Premiere: 21. November) und von Gaetano Donizetti die ‹Lucia di Lammermoor› (Premiere: 12. Dezember) aufgeführt. Regisseurin Caterina Cianfarini soll Dvořáks Nixen-Oper ‹Rusalka› (Premiere 30. Januar) aus heutiger Perspektive zu inszenieren.
Christoph Marthaler inszeniert eine Barockmusik-Stückentwicklung namens ‹Himmelwärts› (Uraufführung: 17.April). ‹Herakles Mad› (Uraufführung: 23. Mai) ist eine zeitgenössische Überschreibung der antike Herakles-Tragödie von Euripides. Bryce Dessner schreibt seine erste Oper auf einen Text von Anne Carson und Ragnar Kjartansson.
Ballet: Dschungelbuch, Techno und dunkle Materie
Den Auftakt der Saison bildet der Doppelabend ‹Eyal/Goecke› (Premiere: 11. September), in dem zwei gegensätzliche künstlerische Welten aufeinandertreffen sollen. Die israelische Choreographin Sharon Eyal verbindet Tanz mit Clubkultur, Techno und Mode.
In ‹Jungle Book reimagined› (Premiere: 12. Februar) erzähle Choreograph Akram Khan ‹Das Dschungelbuch› neu. Appell: Die Stimmen der Natur hören, unsere Zukunft neu denken. Das Familienstück ‹Mio, mein Mio› (Uraufführung: 27. November, Inszenierung: Marco Goecke) erzählt einen weiteren Klassiker, diesmal auf Basis von Astrid Lindgrens gleichnamigen Kinderbuch.
‹Dark Matter II› (Premiere: 16. Oktober) vereint mehrere Signaturstücke von Goecke aus verschiedenen Schaffensphasen ergänzt durch eine Neukreation. Die Newcomer Lucas Valente und Guillaume Hulot erarbeiten in ‹New Works II› (Uraufführung: 23. April) neue Stücke mit dem Ensemble Ballett Basel.
Schauspiel: Brecht, Kleist und viel neue Stoffe
Das Schauspiel stellt sich in der nächsten Spielzeit einer Frage: Sind wir Gefangene – unserer Vergangenheit, unserer Sehnsüchte oder unserer Ängste? Dazu werden nebst Klassiker auch sieben Uraufführungen inszeniert.
- Neues: Ökologische Fragen stehen im Zentrum von ‹Das Wort für Welt ist Wald› (Uraufführung: 18. September) von Nachwuchsregisseur Franz Broich. In ‹Die seligen Jahre der Züchtigung› (Uraufführung: 7. November) geistern «die Internatsbeziehungen der 1960er Jahre» durch die Gegenwart. Manuela Infante guckt mit ‹Horizont› (Premiere: 21. Mai) ins Kosmische und jenseits der Grenzen.
Christoph Marthalers Stück ‹Arche Noah S.O.S.› wird am 22. Januar uraufgeführt. Lucien Haugs ‹Kleine Prinzen› (Uraufführung: 14. November) ist ein Auftragswerk des Theater Basel – wobei in einer Doppelpremiere mit dem Schauspielhaus Zürich zwei gegensätzliche Lesarten des ‹Kleinen Prinzen› nach Antoine de Saint Exupéry gezeigt werden.
- Klassisches: Henrik Ibsens ‹Gespenster› (Premiere: 10. September) stellt überkommene Erwartungen an die junge Regine in den Vordergrund. Regisseur Antú Romero Nunes soll in ‹Unerhörte Begebenheiten› (Premiere: 16. April) zum 250. Geburtstag Kleists aufzeigen, «wie eine einzige Kränkung ganze Existenzen zerstören kann». Gut sein in einer schlechten Welt? Regisseur Jörg Pohl stellt die Frage in Brechts ‹Der gute Mensch von Sezuan›. (Premiere: 12. März) «heute neu». Regisseurin Jaz Woodcock-Stewart inszeniert Tschechows ‹Die Möwe› (Premiere: 14. Oktober). (cb)
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