22.06.2026 News aus der Region

Gewerbeverband beschliesst Ja-Parole zur SVP-Demo-Initiative

Die Delegierten fällten den Entscheid bereits am 9. Juni. Der Grosse Rat hat die Vorlage zur Ablehnung empfohlen.

Rojava-Demo vom 22. Januar 2026. Bild: Martin Regenass

Die sogenannte Anti-Chaoten-Initiative der SVP fordert, dass Beteiligte bei unbewilligten Demos zur Rechenschaft gezogen und für Schäden und Polizeieinsätze haftbar gemacht werden. Zudem müssten die  «vielen unbewilligten Demos» in Basel-Stadt mit «klaren Leitlinien» unterbunden werden.

Im Grossen Rat hatte die Initiative anfangs Juni keine Chance. Sie wurde mit 73 zu 20 Stimmen zur Ablehnung empfohlen – ohne Gegenvorschlag (Prime News berichtete). 

Aber nun hat die SVP starke Unterstützung erhalten. Noch bevor das Datum zur Abstimmung feststeht, haben die Delegierten des Gewerbeverbandes Basel-Stadt am 9. Juni die Ja-Parole beschlossen. Dies teilt der Verband auf Anfrage von Prime News mit. Es wird allgemein erwartet, dass die Abstimmung am 27. September stattfindet.

Zu den wesentlichen Argumenten nennt der Verband: Die Basler Innenstadt als wirtschaftlicher Kern leidet unter Sperrungen und Blockaden, besonders an Samstagen. Um die wirtschaftliche Basis der Stadt zu sichern, seien verlässliche rechtliche Vorgaben unerlässlich.

Präsident forderte «anderen Ansatz»

Schon am Neujahrs-Apéro des mitgliederstärksten Basler Wirtschaftsverbandes forderte Präsident Hansjörg Wilde ein dezidiertes Vorgehen, insbesondere gegen unbewilligte Demos. Auf der grossen Bühne des Theater Basels rief er zu einem «anderen Ansatz» auf. 

Das Thema wird im Gewerbe auch wegen der Menge der Kundgebungen heftig diskutiert. Vergangenes Jahr registrierten die Behörden den bisherigen Höchststand von 394 Demos, inklusive Standaktionen und Mahnwachen. Das Jahr davor waren es 326. Darunter viele unbewilligte Kundgebungen: 81 respektive 66.

Das Gewerbe zeigt sich besonders exponiert, weil auch während den Samstagen in der Innenstadt demonstriert wird. Für Kontroversen sorgten unbewilligte Demos während des ESC oder Märkten. Dazu gibt es Gruppen, die notorisch keine Bewilligung einholen und sich um Absprachen bezüglich der Zeiten oder Routen foutieren.

Der Konsens an der Delegiertenversammlung war zudem, dass es eine Balance brauche zwischen der garantierten Meinungsfreiheit und der ebenso garantierten wirtschaftlichen Freiheit.

Zürich stimmte Verschärfungen zu

Im Grossen Rat waren nebst dem Grundrechts-Argument besonders Praxis-Probleme gegen die Initiative aufgeführt worden: Für eine Kostenüberwälzung sei eine juristisch haltbare Beweiskette erforderlich. Zudem könne man auf die Anzahl der Demos keinen behördlichen Einfluss nehmen.

Mit solchen Problemen hat sich etwa auch Zürich auseinandersetzen müssen. Dort hatte das Stimmvolk in etwa einem Forderungskatalog, der jetzt in Basel-Stadt vorliegt, im Rahmen eines Gegenvorschlags klar zugestimmt – auch die Stadt, in der die Linksparteien dominieren. (cb)

Die kostenlose Prime News-App – jetzt herunterladen.

3 Kommentare

max. 800 Zeichen

Regeln

Ihre Meinung zu einem Artikel ist uns hochwillkommen. Bitte beachten Sie dazu die nachfolgenden Regeln: Bitte beziehen Sie sich bei Ihrem Kommentar auf das Thema des Beitrags und halten Sie sich an den Grundsatz, dass in der Kürze die Würze liegt. Wir behalten uns vor, Kommentare zu kürzen. Geben Sie Ihren Namen an und benutzen Sie keine Namen anderer Personen oder Fantasienamen – ansonsten sieht die Redaktion von einer Publikation ab. Wir werden ferner Kommentare nicht veröffentlichen, wenn deren Inhalte ehrverletzend, rassistisch, unsachlich oder in Mundart oder in einer Fremdsprache verfasst sind. Über diesbezügliche Entscheide wird keine Korrespondenz geführt oder Auskunft erteilt. Weiter weisen wir Sie darauf hin, dass Ihre Beiträge von Suchmaschinen wie Google erfasst werden können. Die Redaktion hat keine Möglichkeit, Ihre Kommentare aus dem Suchmaschinenindex zu entfernen.

     

 

 

 

     

 

 

 

     

 

 

 

     

 

 

 

Schlagzeilen
 
 

Angebote

Basel erleben mit dem StadtBonBasel

Willkommen zum grössten Einkaufsvergnügen der Region. Der StadtBonBasel wird in allen guten Geschäften, Kultur- und Gastrobetrieben der Erlebnisstadt Basel gerne als Zahlungsmittel angenommen.

Basel erleben mit dem StadtBonBasel

CHF 20.–
Disclaimer:
Für den Kauf werden Sie auf die Seite unseres Promotionspartners geleitet.
Zur Übersicht
Aktuelle Artikel
     

 

 

 
     

 

 

 
News
 
 

Angebote

Anne Gold

Wenn jede Sekunde zählt. Der 19. Fall von Kommissär Ferrari.

Anne Gold

CHF 29.80
Disclaimer:
Für den Kauf werden Sie auf die Seite unseres Promotionspartners geleitet.
Zur Übersicht