Umzug: Staatsarchiv bleibt sechs Monate geschlossen
Per Anfang Oktober 2027 zieht das Staatsarchiv an das neue Domizil im St. Johann um – und bleibt erstmal ein halbes Jahr zu.

Die Übung ist offenbar aufwändig und sehr komplex. Per Anfang Oktober 2027 bezieht das Basler Staatsarchiv die neuen Räumlichkeiten im St. Johann. Seit 1899 ist das Archiv am Hauptort an der Martinsgasse domiziliert – und an vier weiteren Magazinstandorten. Deshalb bleibt der gesamte Archivbetrieb vom 4. Oktober 2027 bis 4. April 2028 für die Öffentlichkeit geschlossen.
Das Archiv enthält mittelalterliche Urkunden bis zu aktuellen Verwaltungsakten: rund 26 Laufkilometer Unterlagen. Es handelt sich um Millionen von Dokumenten, Karten, Plänen, Fotografien und digitalen Beständen, wie es in der Mitteilung des Präsidialdepartements heisst, die lediglich per X und nicht per Mail versandt wurde.
Während der Schliessung sei generell keine Einsicht in das Archivgut möglich, so das Präsidialdepartement. Die Bibliothek / Drucksachensammlung sei nicht zugänglich, es könnten keine Reproduktionen erstellt und auch keine Auskünfte erteilt werden. «Der Umzug ist in seiner Komplexität so anspruchsvoll, dass er die volle Kapazität und Aufmerksamkeit des Staatsarchivs erfordert.»
Bestände aus fünf Magazinen müssen verpackt, transportiert, kontrolliert und am neuen Standort eingeordnet werden. Jedes einzelne Dokument muss anschliessend wieder eindeutig auffindbar sein. Diese Arbeit lasse sich nicht parallel zum laufenden Archivbetrieb bewältigen, «ohne Qualität und Sicherheit zu gefährden». Aus diesem Grund können in dieser Zeit auch weder digitale noch analoge Unterlagen aus der Verwaltung übernommen und aufgearbeitet werden.
Geöffnet für rechtsrelevante Auskünfte
Für rechtsrelevante Anliegen soll das Staatsarchiv während der Schliessung jedoch erreichbar bleiben: Unaufschiebbare Rechtsauskünfte für laufende Verfahren, Erbangelegenheiten oder amtliche Bescheinigungen werden weiterhin bearbeitet. Die Bauplanausgabe ist lediglich während eines Monats unterbrochen.
Im digitalen Lesesaal verfügbare Unterlagen bleiben recherchierbar. Darüber hinaus wird das Staatsarchiv während der Schliessungszeit zusätzliches digitalisiertes Archivgut online verfügbar machen.
In der ersten Umzugsetappe (Oktober 2027 bis April 2028) werden die Bestände aus Martinsgasse und Weissem Haus in den Neubau verlegt. In einer zweiten Umzugsetappe (Winterhalbjahr 2028/2029) folgen die Bestände aus den restlichen Aussenmagazinen.
Der Transport wird aus konservatorischen Gründen im Winterhalbjahr durchgeführt. Die tiefe Luftfeuchtigkeit und stabile klimatische Bedingungen sollen die oft einzigartigen Papiere, Pergamente, Fotografien und Filme vor Schäden bewahren. (cb)
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