Nach Deckeneinsturz in Liestal: Jetzt muss der Landrat ins Exil
Im Regierungsgebäude wurden Schädlinge und Feuchtigkeitsschäden gefunden. Es wurde erst 2024 renoviert.
Die Geschichte rings um den Deckeneinsturz im Regierungsgebäude in Liestal vom Juni wird um ein absurdes Kapitel reicher. Zur Erinnerung: Am 22. Juni 2026 hat sich die gesamte Deckenverkleidung des Regierungszimmers in Liestal gelöst und ist heruntergekracht.
Man stelle sich vor, die Gesamtexekutive hätte sich gerade zur Sitzung darin aufgehalten.
Dies war glücklicherweise nicht der Fall, zu dem Zeitpunkt befand sich niemand im Zimmer. Seither werden jedoch die Gründe für den Vorfall abgeklärt. Denn: Das Gebäude wurde erst gerade bis 2024 für 13,8 Millionen Franken saniert. Heute Dienstag hat nun die Bau- und Umweltschutzdirektion über die Resultate der Untersuchungen informiert.
Feuchtigkeit und Schädlinge: Landrat muss ausziehen
So wurden in den letzten Wochen in den historischen Holzbalkenkonstruktionen und im Mauerwerk nicht nur im Regierungszimmer, sondern auch andernorts vereinzelt Feuchtigkeitsschäden und Schädlingsbefall festgestellt.
Da der Landratssaal oberhalb des Regierungszimmers liegt, ist auch er betroffen. In den kommenden Wochen wird der Boden des Landratssaals geöffnet – das Parlament muss deshalb ins Exil. Für die kommenden Landratssitzungen organisiert die Landeskanzlei einen Ersatzort.
Ausserdem müssen weitere Decken etwa im Foyer und in der Cafeteria im zweiten Obergeschoss ebenfalls saniert werden.
Der Landratssaal, das Regierungszimmer im ersten Obergeschoss, das Foyer und die Cafeteria stehen vorderhand bis mindestens Ende Herbstferien nicht zur Verfügung. Dazu kommen weitere Sitzungszimmer.
Das Personal der Landeskanzlei und des Generalsekretariats der Sicherheitsdirektion könne aber der Arbeit weiterhin im Regierungsgebäude nachgehen. Die Sitzung der Regierung soll ebenfalls weiterhin im Regierungsgebäude stattfinden. Die Sicherheit sei «vollumfänglich gewährleistet», heisst es in der Mitteilung der Baudirektion (BUD).
Schraubenverbindungen hielten nicht
Die Deckenverkleidung sei im Juni heruntergestürzt, weil die Schraubenverbindungen nicht mehr gehalten hätten. Warum sei unklar, so die Medienstelle des BUD. Die fragliche Deckenverkleidung im Regierungszimmer wurde «erst» im Jahr 2002 realisiert. Darum sei sie bei der letzten Sanierung nicht überprüft worden.
Die 14-monatige Komplettrenovation für rund 13,8 Millionen Franken bis im Juni 2024 wurde unter anderem wegen Massnahmen zur Verbesserung der Personensicherheit und die Ertüchtigung des Gebäudes realisiert.
Das BUD hält fest, dass es vor dem Ereignis am 22. Juni 2026 keinerlei Hinweise, wie zum Beispiel Risse, Abplatzungen oder Verfärbungen an der Decke gegeben habe, die auf Probleme der Baukonstruktion oder Feuchtigkeitsschäden hingewiesen hätten. Erst die gezielten und vertieften Analysen der nun offenliegenden sanierungsbedürftigen Stellen brachten die Schäden zutage. (cb/as)
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