Kanton erklärt Legionellen-Ausbruch für beendet
Insgesamt gab es 28 Erkrankungen und einen Todesfall. Die Quelle war ein Kühlturm auf dem Manor-Hauptsitz.

Anfang August machte der Kanton publik, dass es zu einer aussergewöhnlich hohen Anzahl an Legionellose-Fällen gekommen war (Prime News berichtete). Als Quelle wurde ein Kühlturm auf dem Manor-Hauptsitz identifiziert und stillgelegt. Diese Quelle sei jetzt nach weiteren zahlreichen Test als die richtige bestätigt worden. Das teilt das Basler Gesundheitsdepartement heute Donnerstag mit.
Der Legionellen-Ausbruch wurde als beendet erklärt, da es seit einer Woche keine neuen Erkrankungsfälle mehr gebe. Insgesamt erkrankten 28 Menschen, ein 69-jähriger Mann ist verstorben. Eine Person wird weiterhin im Krankenhaus behandelt, muss allerdings nicht intensivmedizinisch betreut werden.
Das Kantonslabor verglich entnommene Proben der stillgelegten Kühltürme mit Proben erkrankter Patientinnen und Patienten. «Die Laborresultate zeigen, dass die Proben übereinstimmen. Damit erfolgt eine weitere wissenschaftliche Bestätigung, dass die richtige Erkrankungsquelle ausgeschaltet werden konnte», teilt der Kanton mit.
Auch seien keine Zusammenhänge zwischen dem Duschwasser in den Wohnungen der Personen und dem Ausbruch festzustellen. Diese Untersuchungen laufen aber noch weiter.
Im Zuge des Ausbruchs wurde ein Strafverfahren der Staatsanwaltschaft Basel-Stadt wegen fahrlässiger Tötung eingeleitet (Prime News berichtete). Wer im Verdacht bei den Ermittlungen steht, wurde allerdings nicht mitgeteilt.
Hinweis Gesundheitsdepartment
Weiter weist das Gesundheitsdepartement darauf hin, dass Legionellen natürlicherweise im Wasser vorkommen und sich unter bestimmten Bedingungen vermehren können. Das heisst: Legionellen-Erkrankungen können auch künftig auftreten. Insbesondere Wassertemperaturen zwischen 25 °C und 45 °C sowie bei längerem Wasserstillstand, in Warmwassersystemen oder anderen wasserführenden Anlagen sind ein guter Nährboden für Bakterien, um sich zu vermehren.
Eine Ansteckung erfolgt ausschliesslich durch das Einatmen von feinsten Wassertröpfchen (Aerosolen), die Legionellen enthalten können. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch findet nicht statt. Auch durch das Trinken von Wasser erfolgt keine Ansteckung.
Schutzmassnahmen gegen Legionellen für Privathaushalte
Da sich Legionellen nicht vollständig vermeiden lassen, kommt allgemeinen Vorsorgemassnahmen eine besondere Bedeutung zu. Beachten Privatpersonen die empfohlenen Massnahmen, lasse sich das Risiko einer Legionellen-Vermehrung und einer Infektion in der eigenen Wohnung reduzieren:
- Einhaltung der empfohlenen Warm- und Kaltwassertemperaturen (Warmwasser 60 °C am Boiler-Ausgang, respektive 55 °C im Leitungssystem; Kaltwasser unter 25 °C)
- Stagnation vermeiden (Wasser nicht länger als 72 Stunden stehen lassen)
- Wasserleitungen nach längeren Benutzungspausen gründlich spülen (z.B. bei Ferienrückkehr)
Informationen zu Legionellen und den empfohlenen Vorsorgemassnahmen finden sich auf der Webseite www.bs.ch/legionellen
Die Fachstellen im Gesundheitsdepartement arbeiten weiterhin an Kontrollen in Betrieben und im öffentlichen Raum. Zudem setzen sie sich wie bisher auf Bundesebene für eine schweizweite Regelung ein. (ila)
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