Strom wird in Basel leicht teurer
Die Tarife steigen 2027 trotz tieferer Kosten in den vorgelagerten Netzen an. Grund sind die öffentliche Beleuchtung und die Solarstrombörse.
Die Baslerinnen und Basler müssen 2027 etwas mehr für ihren Strom bezahlen. Wie die Industriellen Werke Basel (IWB) mitteilen, steigen die Tarife in der Grundversorgung je nach Verbrauch im Durchschnitt um rund 0,6 Prozent. Der Regierungsrat hat die neuen Tarife genehmigt, sie gelten ab dem 1. Januar 2027.
Für einen Vierpersonenhaushalt mit einem Jahresverbrauch von 4'500 Kilowattstunden – damit könnte man knapp 230 Tage am Stück Staubsaugen – bedeutet dies gemäss der Beispielrechnung der IWB Mehrkosten von rund acht Franken pro Jahr. Die Gesamtkosten belaufen sich nach IWB-Rechnung auf 1'504 Franken. Für einen durchschnittlichen Basler Haushalt mit einem Verbrauch von 2'500 Kilowattstunden sind es rund vier Franken zusätzlich pro Jahr – insgesamt 857 Franken.
Öffentliche Beleuchtung treibt Kosten nach oben
Bemerkenswert ist der Grund für den Anstieg: Die Kosten der vorgelagerten Netze von Netzanbieter Swissgrid sinken leicht. Dieser Effekt wird jedoch durch höhere kantonale Abgaben für die öffentliche Beleuchtung und die Solarstrombörse mehr als aufgehoben. Unter dem Strich wird der Strom deshalb geringfügig teurer.
Wie ein Sprecher der IWB auf Anfrage von Prime News erklärt, sei der Energieanbieter aktuell daran, die alten Strassenlaternen zu erneuern. Diese würden durch neue LED-Technologie ersetzt, was die Kosten in die Höhe treibe.
Zudem bezahlen die IWB Betreiberinnen und Betreibern von Solaranlagen pro ins Netz eingespiesene Kilowattstunde 14 Rappen. Dieser Tarif ist gesetzlich so festgelegt. Da die IWB beim Weiterverkauf dieses Stroms durchschnittlich allerdings weniger als 14 Rappen erzielten, müssen die Stromkundinnen und Stromkunden für die Differenz aufkommen.
Die IWB dämpfen den Preisanstieg nach eigenen Angaben zusätzlich, indem sie 2027 nicht sämtliche regulatorisch zulässigen Kosten auf die Kundschaft überwälzten. Dadurch würden die Stromkundinnen und -kunden um insgesamt rund 2,9 Millionen Franken entlastet.
Hinzu kommt in Basel-Stadt die Lenkungsabgabe auf Strom. Deren Einnahmen werden an Bevölkerung und Unternehmen zurückverteilt. Eine vierköpfige Familie erhält laut IWB dadurch jährlich rund 240 Franken Stromspar-Bonus zurückerstattet. (mar)
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