Lebensgefahr bei Sturm: Kanton warnt vor Astbruchgefahr
Wegen anhaltender Trockenheit sind Restaurant- und Buvetten-Betreiber aufgefordert, bei Sturmwarnung den Betrieb unter Bäumen einzustellen.

Die anhaltende Trockenheit erhöht in Basel die Gefahr, dass grosse, belaubte Äste oder ganze Kronenteile von Bäumen unvermittelt abbrechen. Das Bau- und Verkehrsdepartement (BVD) hat deshalb Betreiberinnen und Betreiber von Restaurants, Buvetten und Veranstaltungen aufgefordert, bei Sturmwarnungen von Meteo Schweiz die Bewirtung unter oder in der Nähe von Bäumen «unverzüglich einzustellen» und Gäste aus diesen Bereichen wegzuweisen.
Nach Angaben des Departements haben Wassermangel und Hitze den Wasserhaushalt der Bäume in den vergangenen Wochen stark beeinträchtigt. Dadurch sinken der Zelldruck und die Holzspannung in den Kronen, was das Risiko sogenannter Grünastbrüche erhöht. Diese können ohne Vorwarnung auftreten.
Bereits seit einigen Wochen weist die Stadtgärtnerei mit Hinweisschildern in Parks und Grünanlagen auf die Gefahr hin. Nun hat das BVD zusätzlich ein Schreiben mit Sicherheitsmassnahmen an Betreiber von Gastrobetrieben und Veranstaltungen sowie an Schulen, Kindergärten und Schwimmbäder verschickt.
Das Departement erinnert daran, dass Betreiber für die Sicherheit ihrer Gäste verantwortlich sind. Wer bei Sturmwarnungen den Betrieb unter Bäumen weiterführe und dadurch seine Sorgfaltspflicht verletze, könne im Schadenfall haftbar gemacht werden.
Eine Entspannung der Situation ist laut BVD derzeit nicht absehbar. Dafür wäre eine länger anhaltende Regenperiode erforderlich.
«Die Wälder, in denen wir gross geworden sind, wird es nicht mehr geben»
Ansgar Kahmen, Botanik-Professor an der Universität Basel, schätzt die Lage der Wälder in einem Interview der Bildungsinstitution ein: «Das Ausmass der Schäden ist so gravierend, dass wir davon ausgehen, dass viele der Bäume, die jetzt ihr Laub verloren haben, unmittelbar oder in den nächsten Jahren absterben werden.»
Er und sein Team untersuchen seit Jahren den Schweizer Wald. So einen heissen und trockenen Sommer wie dieses Jahr habe es seit Beginn der Messaufzeichnungen noch nie gegeben. «Was wir bräuchten, sind zwei Wochen flächendeckende, anhaltende Niederschläge, damit der Boden wieder feucht ist und das Wasserdefizit beseitigt wird.» Danach sieht es aber laut Wettervorhersagen nicht aus.
In Zukunft würden die Wälder anders aussehen. «Die Wälder, in denen wir gross geworden sind, wird es nicht mehr geben», sagt der Botaniker. Denn: «Die Häufigkeit von sehr trockenen Jahren nimmt massiv zu, und viele unserer heimischen Baumarten sind an solche Verhältnisse nicht angepasst.»
Vor allem Buchen seien davon betroffen, Eichen mit ihren tiefergehenden Wurzeln würden noch etwas besser klarkommen. «Aber auch sie kommen irgendwann an ihre Grenzen. Und dann müssen wir uns damit auseinandersetzen, submediterrane Arten oder sogar mediterrane anzusiedeln.» (ila)
Die kostenlose Prime News-App – jetzt herunterladen.
Angebote
Anne Gold
Wenn jede Sekunde zählt. Der 19. Fall von Kommissär Ferrari.
Anne Gold
Für den Kauf werden Sie auf die Seite unseres Promotionspartners geleitet.
Noch keine Kommentare