Weniger leere Wohnungen in beiden Basel
Während der Wohnungsleerstand abnimmt, gibt es mehr freie Geschäftsflächen. Der SVIT fordert zügigeren Wohnungsbau.
Der Wohnraum in Basel-Stadt wird knapper. Wie das Präsidialdepartement des Kantons Basel-Stadt mitteilt, sind per Anfang Juni 912 Wohnungen leer gestanden. Das sind 167 weniger als ein Jahr zuvor. Die Leerwohnungsquote sank damit von 0,9 auf 0,8 Prozent. Gleichzeitig wuchs die Bevölkerung innerhalb eines Jahres um rund 2'450 Personen. Der Bau neuer Wohnungen konnte mit diesem Wachstum nicht Schritt halten.
Besonders zurückgegangen ist das Angebot an Zwei- und Dreizimmerwohnungen. Bei Einzimmerwohnungen zeigt sich dagegen die umgekehrte Entwicklung: Hier stieg die Leerstandsquote von 1,3 auf 1,7 Prozent. Innerhalb der Stadt ist der Wohnraum im Wettsteinquartier mit einer Quote von 0,2 Prozent besonders knapp, während die Vorstädte mit 2,4 Prozent den höchsten Leerstand aufweisen.
Auch im Kanton Basel-Landschaft hat sich der Wohnungsmarkt weiter verengt. Per 1. Juni 2026 standen noch 980 Wohnungen leer. Das sind 216 weniger als ein Jahr zuvor. Die Leerwohnungsquote sank damit von 0,8 auf 0,6 Prozent. Damit liegt sie inzwischen sogar unter der Quote von Basel-Stadt.
Mehr Geschäftsräume stehen leer
Anders entwickelt sich der Markt für Geschäftsliegenschaften. Wie es im Communiqué heisst, haben in Basel-Stadt die leerstehenden Geschäftsflächen gegenüber dem Vorjahr um 15 Prozent auf 230'000 Quadratmeter zugenommen. Besonders deutlich zeigt sich der Anstieg bei Gewerbe- und Ladenflächen. Allein bei den Läden stehen in Basel inzwischen 21'000 Quadratmeter leer. Das entspricht in etwa der Grösse von drei Fussballfeldern.
Noch stärker fällt die Entwicklung in Basel-Landschaft aus: Dort stieg die leerstehende Geschäftsfläche um 58 Prozent auf 281'000 Quadratmeter. Insgesamt stehen in beiden Basel damit rund 511'000 Quadratmeter Geschäftsfläche leer. Das ist gut ein Drittel mehr als im Vorjahr.
SVIT fordert bessere Bedingungen für Wohnungsbau
Der Schweizerische Verband der Immobilienwirtschaft beider Basel (SVIT) fordert bezüglich der sinkenden Leerstandsquote in den vergangenen Jahren und des gleichzeitigen Bevölkerungswachstums die Schaffung von zusätzlichem Wohnraum.
Gemäss einer Mitteilung von SVIT sind dafür neben Genossenschaften auch private und institutionelle Investoren nötig. Der Verband fordert schnellere und planbarere Baubewilligungsverfahren, mehr Rechtssicherheit, einen vernünftigen Umgang mit Einsprachen sowie weniger investitionshemmende Regulierungen. Im Communiqué kritisiert der SVIT dabei vor allem die Wohnschutzgesetzgebung in Basel-Stadt.
Der SVIT beider Basel hat die Daten zu den leerstehenden Geschäftsflächen zum Bericht des Statistischen Amts beim Präsidialdepartement erhoben. Die Zahlen zum Wohnungsleerstand selbst wurden hingegen von den statistischen Ämtern der beiden Kantone erhoben. (mar)
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