Baselbieter Finanzdirektor Anton Lauber gibt Rücktritt bekannt
Der langjährige Regierungsrat will an den Gesamterneuerungs-Wahlen 2027 nicht mehr antreten. Das eröffnet Möglichkeiten für andere Parteien.
An der Landratssitzung vom Donnerstagmorgen hat Anton Lauber bestätigt, was Onlinereports schon am Vorabend berichtete: Der langjährige Baselbieter Regierungsrat und Finanzdirektor wird an den Gesamterneuerungs-Wahlen im April 2027 nicht mehr zur Wiederwahl antreten.
Lauber machte seine Ansage bei guter Stimmung im Landrats-Exil (davor sprach man noch von Kleiderordnung, Badehosen und Fäkalsprache). Er staune immer wieder, was schon geschrieben wird, bevor man es gesagt hat, meinte Lauber gewohnt aufgestellt.
«Ich bin mit Herz, Leib und Seele Regierungsrat.» Seine schlussendlich 14 Jahre im Amt seien «ein ganz grosses Privileg», so Lauber. Seinen Rücktritt begründet der 65-Jährige mit dem Alter. «Den 55. Geburtstag konnte ich noch besser verbergen. Nach 65 ist es doch etwas anders.»
Nach Jahren mit einem Pensum von weit über 100 Prozent und zahlreichen Wochenendeinsätzen, sei es nun an der Zeit. «Ich bedaure das, aber ich gehe nicht mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Ich habe diese Aufgabe immer mit zwei lachenden Augen gemacht und so gehe ich auch.»
Darüber hinaus werde er die verbleibenden neun Monate im Amt nicht zurücklehnen, sondern weiterhin Gas geben. Anton Lauber ist seit 2013 Regierungsrat und steht seither der Finanz- und Kirchendirektion vor. Mit Rebers Rücktritt per 30. September wird Lauber in seiner verbleibenden Zeit zum dienstältesten Mitglied in der Baselbieter Exekutive.
SP bringt sich schon in Position für Wahlen im Frühjahr
Politbeobachter gingen zuletzt noch davon aus, dass der Allschwiler Magistrat eine weitere Teil-Legislatur anhängt, um den Exekutiv-Sitz für die Mitte zu sichern. Und auch, um wieder Ruhe ins Gremium zu bringen, in dem es mit zwei Ersatzwahlen binnen weniger Monate zu Wechseln kam.
Es kommt anders: Der Entscheid eröffnet nun auch für die anderen Parteien mehr Möglichkeiten und Chancen, wieder im Regierungsrats-Rennen mitzumischen. Allen voran die Grünen, die mit dem Rücktritt von Isaac Reber zuletzt ihren Sitz an SVP-Mann Matthias Liechti verloren haben.
Direkt die Chance ergriffen hat die SP Baselland. Just nach der Rücktrittsankündigung von Lauber teilen die Sozialdemokraten per Mediencommuniqué mit, dass die Partei an den Wahlen im Frühjahr neben Regierungsrätin Katrhin Schweizer mit einer zweiten Kandidatur antreten will
Bürgerliche geben Ständerats-Kandidat bekannt
Überhaupt wird es im Baselbiet an diesem Donnerstag politisch spannend: Die Parteispitzen von FDP, Mitte und SVP wollen die gemeinsame bürgerliche Kandidatur für die Ständeratswahl im Herbst 2027 bekanntgeben. Die interne Ausmarchung, wer Maya Graf (Grüne) den einzigen Baselbieter Sitz im Stöckli streitig machen soll, lief zwischen Mitte-Fraktionschef Pascal Ryf und FDP-Schwergewicht Balz Stückelberger.
Die SVP verzichtet auf eine Kandidatur und ist somit auch Königsmacherin unter den drei bürgerlichen Parteien. Gemäss Medienberichten soll die Volkspartei die Kandidatur von Ryf bevorzugen. Im Laufe des Tages herrscht Klarheit. (as)
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