25.09.2026 News aus der Region

Landratssaal bleibt bis August 2027 geschlossen

Erst hiess es, der Saal bleibe bis Ende Herbstferien nicht betretbar. Nun zeigt ein Bericht: Feuchtigkeit und Pilzbefall.

Die Schäden lassen sich in zwei Kategorien einteilen: Feuchtigkeit und Pilzbefall. Bild: zvg

Die Geschichte rings um den Deckeneinsturz im Regierungsgebäude in Liestal vom Juni wird um ein absurdes Kapitel reicher, schrieb Prime News vor wenigen Wochen. Am 22. Juni 2026 hatte sich die gesamte Deckenverkleidung des Regierungszimmers in Liestal gelöst und war heruntergekracht. Am 11. August berichtete der Kanton von Feuchtigkeitsschäden und Schädlingsbefall, nicht nur im Regierungszimmer. In den kommenden Wochen werde deshalb der Boden des Landratssaals geöffnet.

Nun zeigt sich: Die Schäden sind im Gebäude deutlich grösser als zunächst angenommen. Ein Zwischenbericht – so meldet die Bau- und Umweltdirektion BUD – beschreibt «substantielle Schäden und Hohlräume im Bereich der Holzbalkenköpfe». Noch seien die Untersuchungen im Regierungsgebäude in Liestal im Gang. Sie sollen zum Ende der Herbstferien abgeschlossen sein. Klar ist schon jetzt: Die Sanierungen des Saales werden Monate in Anspruch nehmen.

Grund für die Schäden: Durch undichte Anschlüsse im Bereich der Balkone konnte offenbar «über längere Zeiträume» Regenwasser eindringen. In zwei Räumen wurde zudem der Echte Hausschwamm festgestellt.

Folge: Für die komplexen Sanierungsarbeiten müsse der Landratssaal «bis voraussichtlich» Ende der Sommerferien 2027 geschlossen bleiben, so die BUD. Dabei wurde das Gebäude erst gerade bis 2024 für 13,8 Millionen Franken saniert.

Pilzbefall, verfaultes Holz, unerwünschte Hohlräume

Die Schäden lassen sich in zwei Kategorien einteilen: Feuchtigkeit und Pilzbefall, heisst es in der Medienmitteilung. Die Feuchtigkeit habe den Pilzbefall begünstigt, denn der Echte Hausschwamm hätte sich in einer trockenen Umgebung nicht ausbreiten können. Bislang konnte der Echte Hausschwamm nur im Regierungszimmer und seinem Vorzimmer nachgewiesen werden.

Von den Schäden betroffen ist der älteste Teil des Gebäudes. Dieser Gebäudeteil wurde 1775 bis 1779 erstellt und 1834 aufgestockt, berichtet das BUD. Darin befindet sich unter anderem das Regierungszimmer, dessen 2002 montierte Deckenverkleidung sich vor einigen Wochen überraschend gelöst hat.

Diese Decke ist gleichzeitig der Boden des Landratssaals. Die bisherigen Untersuchungen hätten ergeben, dass aufgrund von unerwünschten Hohlräumen im Bereich der Balkone und Balkontüren des Landratssaals Regenwasser eingedrungen ist. Ebenso seien mehrere Holzbalkenköpfe verfault und Holzoberflächen nicht mehr intakt.

Der Ursprung vieler Schäden ist auf die Zeit kurz nach dem Bau dieses Gebäudeteils zurückzuführen. Sie waren von aussen nicht sichtbar und blieben somit bis heute unentdeckt, so die Medienmitteilung.

Sanierungsarbeiten sollen im November beginnen

In den kommenden Wochen sollen weitere Untersuchungen zeigen, ob das Foyer, die Cafeteria und die drei Sitzungszimmer im zweiten und dritten Stock allenfalls früher wieder freigegeben werden können.

Das gesamte Schadensausmass der Deckenkonstruktion wird in den kommenden Wochen noch genauer untersucht. Parallel dazu werde ein Sanierungskonzept ausgearbeitet. Die Sanierungsarbeiten sollen voraussichtlich im November beginnen.

Das Personal der Landeskanzlei und des Generalsekretariats der Sicherheitsdirektion können ihrer Arbeit auch während der Sanierung im Regierungsgebäude nachgehen. Möglich seien aber kurzzeitige Schliessungen von einzelnen Büros, aus Sicherheits- und Lärmschutzgründen. (cb)

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