«Am besten ist es, die Nervosität zu akzeptieren»: Junge Bankfachleute schulten sich in Auftrittskompetenz
Am Basler Bankenforum für Young Professionals gab Kommunikationsexpertin Eliane Zeugin dem Nachwuchs Tipps.
Basil Ramseyer, Informatiklernender bei der Basellandschaftlichen Kantonalbank, hat zweifellos Mumm. Am Bankenforum für Young Professionals der Basler Bankenvereinigung stellte sich der junge Mann unerschrocken vor 100 Leute und hielt ein Referat über die Bedeutung des Schweizerischen Bankpersonalverbands. Dieser habe im Gesamtarbeitsvertrag erreicht, dass die Bankangestellten unter 25 Jahren eine zusätzliche Ferienwoche erhalten, wenn sie sich in einer anerkannten Ausbildung befinden.
Bei seiner Präsentation war sich Ramseyer bewusst, dass jede seiner Aussagen, jede Geste und jede Bewegung nicht nur vom Publikum, sondern auch von der anwesenden Kommunikationsexpertin und langjährigen Radiomoderatorin Eliane Zeugin mit Adleraugen verfolgt wurde.
Denn darum ging es: um die Auftrittskompetenz – und Ramseyer diente als Anschauungsbeispiel und Schulungsgrundlage.
Die Pause als Stilmittel
«Präsentieren mit Wirkung» lautete das Thema, mit dem sich die Young Professionals der Bankenbranche an dem Abend – man war zu Gast in den Räumlichkeiten der Bank J. Safra Sarasin – auseinandersetzten.
Zeugin gab den jungen Menschen Tipps, wie sie im Berufsalltag klassische Fehler vermeiden können, wenn sie zum Beispiel bei einem Meeting ein Projekt vorstellen. Als einen der wichtigsten Leitsätze zitierte sie eine Zeile aus dem Superhit von Ronan Keating: You say it best, when you say nothing at all. «Pausen sind ein unterschätztes Stilmittel. Wenn ihr an der richtigen Stelle eine Pause einlegt, erzeugt das Spannung. Barack Obama macht es vor.»
Weitere hielt sie fest: «Vermeidet Floskeln. Verzichtet bei der Einführung auf langweilige Sätze wie: Es ist schön, dass ihr alle da seid. Kommt besser rasch auf den Punkt.»
Die Kommunikationsexpertin empfahl ausserdem, auf überladene Folienpräsentationen zu verzichten. Wenn die Folie 1 von 89 am Bildschirm aufleuchte, sei das für die Anwesenden ein Ablöscher. «Fragt euch immer, ob es eine Information wirklich braucht. Ihr seid schliesslich die Social-Media-Generation. Ihr habt maximal 30 Sekunden Zeit, um Spannung aufzubauen – sonst ist das Interesse weg.»
Die Nervosität akzeptieren
Eine junge Bankangestellte fragte Zeugin, wie sie es schaffe, mit der Nervosität umzugehen. Damit sprach sie wohl vielen Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Bankenforums aus dem Herzen. «Ich moderiere nun seit 20 Jahren, und ich bin immer noch nervös. Ich habe alles versucht, aber es brachte nichts», sagte Zeugin. «Deshalb ist es am besten, die Nervosität zu akzeptieren. Das macht es viel leichter, sie zu ertragen.»
«Was soll man während eines Referats mit den Händen machen?», lautete eine weitere Frage. Zeugin empfahl, Kärtchen zu halten. Das wirke professionell und gebe Halt. Ein No-Go seien Hände im Hosensack.
Informatiklernender Basil Ramseyer erhielt nach seiner fünfminütigen Präsentation nicht nur einen lauten Applaus, sondern auch Komplimente von Zeugin: «Du hast die Herausforderung mit Bravour gemeistert». Die wichtigsten Punkte – Prägnanz, deutliche Aussprache, ruhiges Auftreten – habe er vorbildlich umgesetzt.
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