03.02.2019 Sportnachricht

Die Starwings gewinnen das Basket-Derby gegen Central Luzern

Die Partie war, wie erwartet, emotional, spannend – und zuletzt sogar dramatisch.

Spielte eine gute Partie für die Starwings: Justin Mitchell (l.). Bild: Starwings

Von Georges Küng

«Es war ein echter Krimi», meinte ein Starwings-Anhänger nach dem letzten Sirenenton. Und damit hatte der Birsfelder recht. Dabei hätten es die Unterbaselbieter niemals so spannend machen müssen, denn nach 32 Minuten führten die «Wings» mit 57:47, doch unerklärliche Eigenfehler (im Tennis würde man von «unforced errors» in Serie sprechen) führten dazu, dass die Luzerner den Anschluss bewerkstelligen konnten.

Und mit dem letzten Ball hatten sie die Möglichkeit, die Partie auszugleichen – oder gar mit einem Dreier zu gewinnen. Dies wären zwei für Central wichtige Punkte im Kampf um Platz 8 (gegen Lugano) gewesen.

Bei den Starwings gefiel – mit Abstrichen - das etablierte Profi-Trio. Justin Mitchell kann vieles gut, einiges sogar sehr gut. Was er (noch?) nicht kann, ist ein Team zu führen. Vor allem in entscheidenden Phasen.

Da rutscht er schon mal aus, verirrt sich unter dem gegnerischen Korb, wo er an den Zweimeter-Leuten des Gastes abprallt oder verwirft Freiwürfe. Antonio Hester war ab und zu diskret, in den wichtigsten Phasen war er präsent und Basket-Kenner sehen, dass er der einzige der 18 eingesetzten Aktiven ist, der von einer höheren Liga träumen darf – oder diese bereits (in Spanien) erlebt hat.

Schön, dass mit Alexis Herrmann (ihn wünschte man sich länger auf dem Feld) ein frischer Wind ins oft statische, und daher träg-lethargische Starwings-Spiel kam. Sébastien Davet ist ein Wirbelwind – alleine die Orientierung auf dem Platz hat er noch nicht intus.

Und Alessandro Verga machte in den Endminuten eine starke Defense; dass er in der Offensive, wie Branislav Kostic, keine Punkte macht, ist halt so. 
 

Affront, Ärgernis und Zumutung

Und dann gibt es den Vorweihnachts-Zuzug namens Ryan Smith. Auf die Gefahr, dass man sich wiederholt. Dieser 211 Zentimeter lange Amerikaner ist vieles und ein freundlicher, kluger Mann – aber (Profi-)Basketballer ist er nicht.

Wer in der beschaulichen Schweizer Liga mit Ach und Krach einen Ball in den Korb würgt, keinen Rebound holt (ausser der Ball fällt ihm zweimal, einer Pflaume gleich, in die Hand), weder explosiv und schon nicht sprungkräftig ist, der hat auf einem Basket-Court nichts verloren.

Auf dieser Position dürfte man schon in Lörrach oder St. Louis einen besseren Mann finden… Jedenfalls ist Mister Smith ein konstantes Ärgernis, das zum Glück nur noch fünf Matches dauern wird. Wer diesen Zuzug getätigt und abgesegnet hat, war in jenem Moment jedenfalls in einem absoluten Formtief...

«Ich bin nicht zufrieden. Gut, mit dem Resultat schon, aber nicht mit der Leistung». Der dies sagt, heisst Pascal Donati und gab nach Abpfiff schonungslos zu, dass «es keine gute Basket-Kost war.»

«Wir werden das intern besprechen; wir wiesen zu viele Eigenfehler auf, unser Spiel hatte zu wenig Struktur; aber es war eine starke Willensleistung, an dem alle partizipiert haben», so Donati, der wieder die Geschicke der Mannschaft in die Hand genommen hat und in sechs Partien doch drei Siege feiern durfte. Mit dieser Bilanz, über die gesamte Spielzeit hinweg, wären die «Wings» im Mittelfeld…

Central hatte den Matchball

Luzern ist primär ein solides Stammquintett, das weniger Fehler als ihre Antipoden von der Sporthalle Birsfelden beging. Ihr sechster Mann (Laurent Zoccoletti) konnte nur marginal helfen, denn der Zürcher war schnell foulbelastet. Und die restlichen Kaderspieler sind allesamt sehr, sehr jung – mitunter das Beste, was die Schweiz in diesen Jahrgängen (2001, 2002 und 2003) zu bieten hat.

Und mit Marco Lehmann verfügt Central über einen nationalen Akteur, der schneller denkt, schneller rennt, schneller wirft und, in der Regel, besser trifft als die nationalen Starwings-Akteure.

Zum Glück hatte der ex-Aarauer gestern Sonntag sein Fernvisier schlecht eingestellt – ein Dreier von sieben Versuchen ist keine gute Quote. Ansonsten der Gast die Partie gewonnen hätte. 

In einer Woche gastieren die «Wings» in Lausanne. Diese haben ein ausländisches Top-Quartett, jedoch keine Breite in ihrem Kader. Mit einem Sieg würden die Unterbaselbieter das Schlusstrio anführen – und eventuell den 8. Rang «riechen». Dazu wird es aber generell einer Leistungssteigerung brauchen.

Und vielleicht täten sie gut daran, wie Central Luzern nur mit drei ausländischen Profispielen zu agieren, denn zeitweise war Smith eher eine Hilfe für den Gast aus der Innerschweiz. 

Telegramm zum Spiel

Starwings – Central Luzern 67:65 (32:34)

Sporthalle Birsfelden. - 385 Zuschauer. - SR: Michaelides/Balletta/Oberson.

Starwings: Kostic (1), Mitchell (18), Fuchs (8), Hester (16), Calasan (14); Herrmann (5), Smith (2), Davet (3), Verga; Christmann, Pavlovic, Streich. 

Luzern: Jackson (19), Lehmann (15), Plüss (8), Nana (10), Camara (9); Zoccoletti (4), Safra, Birboutsakis, Früh; Obim. 

Bemerkungen: Starwings komplett. - Luzern ohne Jusovic, Tomic (beide verletzt) sowie die Zwillingsbrüder Mines und Mirza Ganic (beide abwesend). - Viertelsresultate: 18:14, 14:20 (32:34); 22:13 (54:47) und 13:18 (67:65). – Mit fünf Fouls ausgeschieden: 36. Zoccoletti. - Fouls: Starwings 18, Luzern 14. - Zu den besten Spielern wurden gewählt: Justin Mitchell und Derek Jackson (beide USA).

1 Kommentar

max. 800 Zeichen

Regeln

Ihre Meinung zu einem Artikel ist uns hochwillkommen. Bitte beachten Sie dazu die nachfolgenden Regeln: Bitte beziehen Sie sich bei Ihrem Kommentar auf das Thema des Beitrags und halten Sie sich an den Grundsatz, dass in der Kürze die Würze liegt. Wir behalten uns vor, Kommentare zu kürzen. Geben Sie Ihren Namen an und benutzen Sie keine Namen anderer Personen oder Fantasienamen – ansonsten sieht die Redaktion von einer Publikation ab. Wir werden ferner Kommentare nicht veröffentlichen, wenn deren Inhalte ehrverletzend, rassistisch, unsachlich oder in Mundart oder in einer Fremdsprache verfasst sind. Über diesbezügliche Entscheide wird keine Korrespondenz geführt oder Auskunft erteilt. Weiter weisen wir Sie darauf hin, dass Ihre Beiträge von Suchmaschinen wie Google erfasst werden können. Die Redaktion hat keine Möglichkeit, Ihre Kommentare aus dem Suchmaschinenindex zu entfernen.

     

 

 

 

     

 

 

 

     

 

 

 

     

 

 

 

Angebote

Basel erleben mit dem StadtBonBasel

Willkommen zum grössten Einkaufsvergnügen der Region. Der StadtBonBasel wird in allen guten Geschäften, Kultur- und Gastrobetrieben der Erlebnisstadt Basel gerne als Zahlungsmittel angenommen.

Basel erleben mit dem StadtBonBasel

CHF 20.–
Disclaimer:
Für den Kauf werden Sie auf die Seite unseres Promotionspartners geleitet.
Zur Übersicht
Aktuelle Artikel
     

 

 

 
     

 

 

 
News
 
 

Angebote

Catering Service für Basel und Umgebung

Hausgemachte Köstlichkeiten und vieles mehr. Wir bieten einen Rundum-Service für Sie und Ihre Gäste. Bestellen Sie direkt online.

Catering Service für Basel und Umgebung

Screenshot
CHF 25.–
Disclaimer:
Für den Kauf werden Sie auf die Seite unseres Promotionspartners geleitet.
Zur Übersicht