Mit Gala-Fussball an die Tabellenspitze
Der FC Black Stars bezwingt den FC Solothurn diskussionslos mit 4:1 (1:0).
Vor der Saison-Rekordkulisse von nahezu 400 Zuschauern gewann der Basler Traditionsklub gegen den Ex-Leader mit 4:1. Zu keinem Zeitpunkt der rassigen und unterhaltsamen Partie hatten die Solothurner eine Option auf einen Punktegewinn.
Von Jordi Küng
Seit vielen Runden führte Solothurn die Rangliste der Gruppe 2 in der Erstliga-Meisterschaft an. Doch innert sieben Tagen erlit die Elf von Cheftrainer Skrzypczak Dariusz (ehemals Trainer der Black Stars) zwei empfindliche Niederlagen. Nach dem 1:5 gegen den Nachwuchs des FC Luzern war der Gast auch der Elf vom Buschweilerhof in allen Belangen unterlegen.
Von Beginn standen die Basler sehr hoch, liessen den Ball schnell und sicher in eigenen Reihen zirkulieren – und auch das Spiel gegen den Ball war beeindruckend.
Der FCS schaffte es in der ersten Halbzeit nie, den Ball länger als 15 Sekunden in eigenen Reihen zu halten, so dass sich der Tabellenführer mit allen Mitteln gegen das druckvolle Spiel des FCBS wehren musste. Nach einem Traumangriff, den Deny Gomes mit einem wuchtigen Kopfball (nach einer Massflanke von Donat Rrudhani) zum 1:0 vollendete, zahlten sich die Bemühungen der Platzherren auch resultatmässig aus.
Steven Oberle als Elfmeter-Killer
Dann spielte sich jene Szene ab, welche die Partie vielleicht in eine andere Bahn hätte lenken können. Nach einem Eckball und einem unnötigen Halten (Zerren) ging Hannes Hunziker zu Boden, so dass der aufmerksam Ref Stefano Tonini zurecht auf den Elfmeterpunkt zeigte.
Shpetim Arifi lief gar nonchalant, und mit erstaunlichen Schwüngen (die eher an einen Slalomfahrer erinnerten) an – und Black-Hüter Steven Oberle wurde seinem Ruf als «Penaltykiller» gerecht und lenkte den halbhohen Schuss spektakulär zur Seite. Ein durchaus mögliches 1:1 hätte aber den Spielverlauf ad absurdum geführt.
Nach Wiederanpfiff zeigten die Basler auch ihre Effizienz; Rrudhani und Regisseur Seyfettin Kalayci auf Penalty (den er souverän verwandelte) erhöhten auf 3:0 – zur Freude der «Blägg»-Anhänger, während die anfangs lautstarke, trommelnde und Fahnen schwingende Gästeanhänger (eine Gruppe von 20 Jungs) immer ruhiger wurde.
Stilsicher zum Kantersieg
Aus dem Nichts glückte Solothurn ein Tor. Altim Osmani zog, aus dem Stand und mit einem perfekten Schlenzer, aus 20 Metern ab – und der Ball fuhr in die tiefe Ecke. Doch auch dieser Treffer führte nicht dazu, dass der Gast zu Oberwasser kam.
Wohl glich sich das Geschehen nun aus, der Ballbesitz war nicht mehr so einseitig wie in der ersten Matchstunde. Es war Einwechselspieler Dino Babovic vergönnt, kurz vor Abpfiff mit dem finalen 4:1 das wahre Stärkeverhältnis auch skoremässig ins richtige Licht zu rücken.
«Wir haben eine gute, teils sogar ausserordentliche Leistung gezeigt. Gefallen hat mir das schnelle Umschalten von Defensive auf Offensive sowie die grosse Laufbereitschaft der Mannschaft», so Black-Stars-Trainer Samir Tabakovic, der keinen Kritikpunkt fand (finden konnte).
«Es war ein dominanter Auftritt und die richtige, starke Antwort auf das 2:3 in Goldau», so der Tenor bei der Mannschaft, die mit analogen Darbietung garantiert zur «équipe à battre» wird.
Solothurn kann anfügen, dass die Elf ersatzgeschwächt antreten musste. Mit Loic Chatton (bis dato zwölf Saisontore) fehlte der Goalgetter und dass Gasttrainer Skrzypczak, trotz klaren Rückstand, nur zwei Auswechslungen vornehmen wollte (respektive konnte), zeigt, dass der abgelöste Tabellenführer am Samstagabend in Basel über keine Breite (mehr) verfügte.
Nun die Cuppartie gegen Biel
In einer Woche (Samstag, 15 Uhr; Buschweilerhof) empfängt der FC Black Stars Basel den FC Biel, der auch zum Spitzenquintett der Gruppe 2 gehört. Aber nicht in der Meisterschaft, sondern im Schweizer Cup.
Dieses brisante Duell im K.o.-Wettbewerb wird entscheiden, ob Basler oder Seeländer die 1. Hauptrunde erreichen. Wiewohl eine Cuppartie – so reizvoll der Gedanken an einen Super-League-Verein ist – in letzter Zeit oftmals mehr Fluch denn Segen ist… aber dies wiederum ist eine andere Geschichte.
Das Telegramm zum Spiel
FC Black Stars Basel – FC Solothurn 4:1 (1:0)
Sportplatz Buschweilerhof. - 385 Zuschauer. - SR: Tonini. - Tore: 36. Gomes 1:0. 48, Rrudhani 2:0. 53. Kalayci (Foulelfmeter) 3:0. 61. Osmani 4:1. 89. Babovic 4:1.
Black Stars: Oberle; Dünki, Silva, Fischer; Mumenthaler, Shillova, Uruejoma, Kalayci (77. Sevinc); Rrudhani, Ahmeti (66. Covella); Gomes (80. Babovic).
Solothurn: Jefferey Grosjean; Kohler, Hasanovic (71. Gerspacher), Waylon Grosjean, Du Buisson; Ukoh, Asani (54. Riesen), Arifi, Müller; Osmani, Hunziker.
Bemerkungen: Black Stars ohne Alic, Mandal (beide gesppert), Alt sowie Spahr (rekonvaleszent). – Solothurn ohne Chatton, Koch, Veronica (alle verletzt) sowie Schrittwieser und Stauffer (beide gesperrt). - 47. (1. Halbzeit) Oberle hält Foulelfmeter von Arifi. - Verwarnungen: 46. (1. Halbzeit) Ahmeti (Foul), 53. Jefferey Grosjean (Foul), 81. Hunziker (Foul) und 88. Kohler (Unsportlichkeit).
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