Mit Spielfreude und Stilsicherheit zum Cup-Triumph
Black Stars bezwingen den FC Biel klar mit 5:2. Jetzt dürfen Sie auf einen Gegner aus der Super-League hoffen.
Von Jordi Küng
Sonnenschein pur (bei 20 Grad), blauer Himmel und eine erwartungsfrohe Kulisse – das waren die würdigen Rahmenbedingungen zum Cup-Duell zwischen zwei Traditionsvereinen, die beide zu den Spitzenklubs der 1. Liga zählen.
Dass Fussball dennoch «nur» die schönste Nebensache der Welt ist (und bleiben sollte!), wurde allen gegenwärtig, als der FC Black Stars im Vorfeld der Partie an die unfassbare Tat (siehe Telegramm unten), welche zum Tod eines siebenjährigen Schülers aus dem Gotthelf-Quartier geführt hatte, erinnerte.
Von Beginn an entwickelte sich eine rassige, tempostarke Partie, in welcher beide Mannschaften gewillt waren, aktiv und kreativ zu sein. Dies gelang den Baslern besser, denn zum Abschluss kamen nur die «Schwarz-Sterne», so dass die Zweitore-Führung verdient war und auch das Geschehen skoremässig richtig widerspiegelte.
Dass Fussball eigentlich sehr einfach sein kann, zeigte das 2:0. Ein schneller, präziser Abkick von Black-Hüter Steven Oberle nahm Donat Rrudhani an, lief am rechten Flügel durch und seine präzise Hereingabe vollstreckte Mergim Ahmeti aus wenigen Metern. «Barça» hätte es technisch nicht versierter spielen können…
Aus dem 3:0 wurde ein 3:2
Und als Deny Gomes mit dem Wiederanpfiff sogleich das 3:0 erzielte, glaubte man, die Partie sei entschieden und man könne sich auf einen entspannten Nachmittag an der Sonne einstellen.
Aber der FC Biel, ein Aufsteiger, der mittelfristig weitere Promotionen anstrebt, fand unverhofft in die Partie zurück. Mit zwei Toren innert 63 Sekunden stand es plötzlich nur noch 3:2 – und die gutgelaunten und bestens unterhalteten Zuschauer machten sich nun auf einen veritablen Cup-Fight gefasst.
Aber Deny Gomes war damit nicht einverstanden, denn nur zwei Minuten nach dem Bieler Doppelschlag erzielte er, mittels Kopftor, seinen dritten persönlichen Treffer. Und damit war der Elan der Gäste aus dem Berner Seeland gebrochen.
Die Elf vom Black-Stars-Cheftrainer Samir Tabakovic war stilsicher, gewährte dem Gast keinen erfolgsversprechenden Abschluss mehr – und es war Einwechselspieler Dino Babovic vergönnt, kurz vor Matchende auf 5:2 zu erhöhen. Überhaupt benötigt Babovic selten mehr als eine Viertelstunde nach seiner Einwechslung, um zu reüssieren. Derzeit ein Edeljoker der Extraklasse!
Mit dem Einzug in die 1. Cup-Hauptrunde der Saison 2019/20 hat der FCBS ein erstes Saisonziel bravourös erreicht. Ob die Auslosung zu einem Segen wird, wird die Auslosung zeigen.
In den letzten Jahren konnten die «Schwarz-Sterne» bereits zweimal den FC Zürich und einmal den FC St. Gallen empfangen. Dass der Verband aber den «Kleinen» gar viele Hürden und Hypotheken aufstellt respektive verlangt, sei auch noch dezent erwähnt.
Am Dienstagabend in Zug
Innerhalb einer Woche haben die Black Stars gegen die Spitzenklubs Solothurn (4:1) und Biel neun Tore erzielt. Das sind ganz starke Werte und sprechen für sich.
Auf diesen Lorbeeren wird sich der Basler Traditionsklub, der auch die dritte Halbzeit würdig zu begehen weiss, jedoch nicht ausruhen können. Bereits übermorgen Dienstag gastiert «Blägg» in der Innerschweiz bei Zug ´94, bevor am Sonntag der Angstgegner FC Langenthal auf der «Blägg-Matte» gastieren wird.
Und wie es seinem Naturell entspricht, blieb Tabakovic auch im Erfolg demütig und kritisch. «Mit dem Umschaltspiel war ich, wie gegen Solothurn, zufrieden. Allerdings fehlte die letzte Konsequenz – und oft auch das finale Zuspiel in die Spitze – beim Abschluss. Und im Spiel gegen den Ball sah ich noch zu viele Mänger, wir haben auch da viel Luft nach oben», so der Bosnier.
Klare Worte, welche der Konkurrenz jedoch aufzeigen, dass dieser FC Black Stars in dieser Verfassung zumindest in der Gruppe 2 der Erstliga-Meisterschaft die «équipe à battre» ist.
Dass einige übermütige, vielleicht sogar euphorisierte Black-Anhänger weit nach Abpfiff meinten, dass der Cupsieg 2020 nur über ihren Klub führen wird, nehmen wir mit einem Schmunzeln entgegen...
Das Telegramm zum Spiel
FC Black Stars Basel – FC Biel 5:2 (2:0)
Sportplatz Buschweilerhof. - 195 Zuschauer. - SR: Bannwart. - Tore: 18. Ahmeti 1:0. 41. Gomes 2:0. 47. Gomes 3:0. 56. Labinot Sheholli 3:1. 57. Nuzzolo 3:2. 59. Gomes 4:2. 86. Babovic 5:2.
Black Stars: Oberle; Mumenthaler, Dünki, Silva, Fischer; Rrudhani (78. Babovic), Shillova (64. Alic). Uruejoma, Ahmeti (60. Covella); Kalayci; Deny Gomes.
Biel: Schittenhelm; Fleury, Rizzo, Ferreira, Colamartino; Labinot Sheholli (83. Brechbühl); Mora (Antero Neto Gomes), Kurti (66. Katriot Sheholli), Safari, Mourelle; Nuzzolo.
Bemerkungen: Black Stars ohne Spahr (Auslandsaufenthalt). - Biel ohne Bräm, Mäder, Rawyler (alle verletzt), Jelassi (rekonvaleszent) und Natori (Beruf). - Verwarnungen: 29. Mourelle und 67. Colamartino (beide wegen Foul). – Vor Anpfiff verlas der Platzsprecher (Reto Maurer) eine Beileids-Meldung zum Kapitalverbrechen an einem siebenjährigen Schüler, für den eine Schweigeminute abgehalten wurde.
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