28.09.2026 UniBâle 30 minMinuten Lesedauer

Was kostet der Verkehr und was müssten wir zahlen?

Klima, Stau, Unfälle, Umwelt­ver­schmut­zung: An der Uni Basel hat Umweltökonom Beat Hintermann die Kosten aufgerechnet.

Die Verkehrskosten

Prof. Dr. Beat Hintermann ist Umweltökonom und Wirtschaftswissenschaftler an der Universität Basel. Bild: Claude Bühler

Verkehr verursacht Kosten, die heute kaum sichtbar sind. Dazu gehören etwa die lokale Umweltverschmutzung, die Gesundheitskosten in Folge von Unfällen, die Folgen von Stau und der Klimawandel. Eine Studie der Universität Basel zeigt, wie solche externen Kosten verrechnet und die Einnahmen sozialverträglich zurückverteilt werden könnten. 

Ein fiktives Beispiel: Angelina Weber arbeitet in Pratteln. Fünf Tage pro Woche fährt sie von ihrem Wohnort in Oberwil mit dem Auto zur Arbeit und wieder zurück. Würde man ihr die Kosten, die für die Allgemeinheit entstehen, in Rechnung stellen, käme sie an einem Arbeitstag auf rund 4.50 Franken. Damit wären die oben erwähnten Kosten abgegolten.

«Es geht um Kosten in Höhe von zwei Prozent des Brutto­inland­produktes»

Beat Hintermann ist sich der politischen Brisanz seiner Erhebung durchaus bewusst, wie er im Unibâle-Podcast ausführt, «denn ich fahre ja auch Auto». Aber: «Wir sprechen hier von Kosten in der Höhe von zwei bis drei Prozent des Bruttoinlandprodukts, die nicht von den Verursachern, sondern von der Allgemeinheit gedeckt werden – also auch von all jenen, die eben nicht Auto fahren und zu diesen Kosten nichts beitragen.»

Das Schweizer Bruttoinlandprodukt lag im Jahr 2025 bei knapp 868 Milliarden Franken.

Dazu müsse ein Gespräch möglich sein. Denn es gehe bei diesen Zahlen nicht um eine Meinung, sondern um Sachverhalte. Und er betont, dass mit den Kosten ja nicht ein ferner Inselstaat gemeint sei, sondern etwa die lokale Luftverschmutzung. «Der Klimawandel spielt bei der Rechnung sogar eine eher untergeordnete Rolle.»

Wie reagiert die Bevölkerung auf eine Besteuerung?

Hintermann führt weitere Erkenntnisse seiner Studie aus, etwa wie die Bevölkerung auf eine Besteuerung reagiert oder wie eine allfällige Steuer an die Bevölkerung zurückfliessen könnte. Und er sagt, welchem Punkt er die schweizerische Klimapolitik für führend hält. 

Mehr  Informationen zur Studie.

UniBâle ist der Wissenschaftspodcast auf Prime News. Das Gespräch moderiert Claude Bühler. «UniBâle» ist eine Kooperation zwischen Prime News und der Universität Basel und wird präsentiert von Interpharma. 

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