Bisher mussten in Basel-Stadt 82 Impfdosen weggeworfen werden
Jeder Zehnte im Kanton nimmt seinen Impftermin nicht wahr. Dennoch bleiben die Vakzine selten ungenutzt.

Der Andrang auf die Corona-Impfungen in Basel-Stadt ist gross. Stand vergangenen Freitag haben sich 42‘557 Personen vorregistrieren lassen.
Gleichwohl gibt es viele, die den Termin später nicht wahrnehmen. Wie Blick gestern Dienstag berichtete, erscheinen in Basel-Stadt ganze zehn Prozent nicht zu ihrer Impfung, sei es mit oder ohne vorherige Abmeldung.
Damit gehöre Basel zu den Spitzenreitern unter den Kantonen was die Versäumnisse anbelangt. In Bern würde nur gerade ein Prozent der Bevölkerung den vereinbarten Termin nicht wahrnehmen.
Das Gesundheitsdepartement Basel-Stadt bestätigt diesen aktuell hohen Prozentsatz am Mittwoch auf Anfrage von Prime News. «In der Vergangenheit waren es bedeutend weniger und wir hoffen und gehen davon aus, dass dies bald auch wieder der Fall sein wird», sagt Mediensprecherin Anne Tschudin.
Keine Begründung für Nichterscheinen
Erscheint eine Person nicht, handle es sich meistens um den Termin für die erste Spritze. «Tendenziell ist diese Zahl aber stark rückläufig.» Dass eine Person am besagten Tag nicht auftaucht und sich nie mehr meldet, käme denn auch nur sehr selten vor.
Eine Begründung für das Nichterscheinen werde trotzdem oft nicht mitgeliefert, so Tschudin. Wenn das Gesundheitsdepartement eine Rückmeldung erhält, würden in den meisten Fällen gesundheitliche Beschwerden oder Spital- und Auslandsaufenthalte als Hinderungsgrund genannt.
Doch was passiert mit dem Vakzin, wenn eine Person zum vereinbarten Zeitpunkt nicht erscheint? Ein abgesagter Termin werde an eine bereits registrierte Person vergeben, erklärt Tschudin. So dass schlussendlich keine Impfungen ungenutzt bleiben würden.
Die Person, die abgesagt hat, bekommt derweil durch das System ein neues Datum zugeteilt. «Voraussetzung ist aber, dass sich die Person nicht komplett vom Impfservice abmeldet, sondern nur den Termin verschiebt.»
Organisatorische Herausforderung
Wenn eine Person hingegen die zweite Impfung nicht wahrnimmt, liegt die Herausforderung darin, einen neuen Slot innerhalb der vorgegebenen Frist zu finden. «Die Zweitimpfungen sind nach vier Wochen geplant, können aber für einen vollständigen Schutz bis sechs Wochen nach der ersten Impfung stattfinden», so Tschudin.
Es sei denn auch eine Challenge, alle Termine so zu organisieren, dass man keinen Impfstoff verderben lässt. Dies erklärte Josef Widler, Präsident der Ärztegesellschaft Zürich, gegenüber dem «Blick».
Ist ein Fläschchen mit elf Impfungen einmal geöffnet, würden nur sechs Stunden bleiben, diese zu verwenden. Wenn man den Impfstoff mit der Spritze aufgezogen hat, bleiben gar nur noch zwei Stunden
Basel scheint diese Hürde jedoch gut zu meistern. Die Menge an Impfungen, die nicht mehr verwendet werden konnten, sei laut Anne Tschudin sehr tief: «Bisher mussten nur insgesamt 82 Impfdosen von über 50‘000 Dosen aus verschiedenen Gründen – meist Fehlmanipulationen – verworfen werden.» (ms)
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