Weitere Gorilla-Tragödie: Silberrücken tötet Jungtier
Nachdem bereits Gorilla-Männchen Mobali nach einer Attacke von Yeba eingeschläfert wurde, ist nun auch noch ein vier Tage altes Weibchen verstorben.
Erst vier Tage alt war das Jungtier von Gorilla-Dame Joas im Zoo Basel. Am Dienstag ist es durch einen Biss des neuen Silberrücken Yeba (14) verstorben. Die tragische Meldung kommt nur kurz nachdem Gorilla-Männchen Mobali (11) ebenfalls am Dienstag nach einer Attacke und Verletzung eingeschläfert wurde (Prime News berichtete).
Es ist also der zweite Todesfall innert eines Tages in der Gorilla-Gruppe des Zolli.
Wie der Zoo Basel mitteilt, habe Weibchen Joas das Jungtier seit der Geburt am Samstag jeweils eng am Körper gehalten, wie bei Gorilla-Müttern üblich.
Am Dienstagnachmittag habe Silberrücken Yeba, der vergangenen Herbst nach Basel kam, das Jungtier von Joas an sich genommen und «ein ausgeprägtes Interesse» an diesem gezeigt. Gleichzeitig liess er die Mutter nicht mehr in dessen unmittelbare Nähe.
«Im weiteren Verlauf kam es zu Rangeleien zwischen Joas und Yeba», schreibt der Zolli in einer Medienmitteilung vom Mittwoch. Dabei sei das Jungtier durch einen «unbeabsichtigten Biss» von Yeba in den Brustkorb tödlich verletzt worden.
Beim Jungtier handelte es sich um ein Weibchen. Für Gorilla-Weibchen Joas war es der fünfte Nachwuchs. Für Silberrücken Yeba war es der Erste.
Weiteres Jungtier erwartet – Zolli beobachtet Dynamik
Der Zoo Basel beschreibt die sozialen Beziehungen und Gruppendynamiken bei Gorillas in seinem Communiqué als hochkomplex: «Das Töten von Jungtieren durch Artgenossen, sogenannter Infantizid, ist bei Gorillas ein beobachtetes und wissenschaftlich beschriebenes Verhalten, das insbesondere bei in Haremstrukturen lebenden Tierarten bekannt ist». Die Ursachen hierfür könnten vielfältig sein.
Der Zolli beobachte die Dynamik innerhalb der Gruppe «weiterhin aufmerksam», heisst es im Communiqué, und stehe im Austausch mit Expertinnen und Experten.
Besonders: In den kommenden Wochen wird die Geburt eines weiteren Jungtiers erwartet. Die aktuelle Gorillagruppe besteht nach dem Tod von Mobali neben dem Silberrücken Yeba (14) aus den Weibchen Joas (37), Adira (19), Makala (11) und Qaziba (6).
Bei Gorillas kommt es vor, dass Mütter verstorbene Jungtiere über mehrere Tage oder Wochen bei sich tragen. Auch im aktuellen Fall ist dies so. Der Zoo Basel ermögliche dieses natürliche Verhalten und greife nicht ein. Das Affenhaus bleibt geöffnet, schreibt der Zolli. (as)
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