«Der Klimawandel schwächt die Selbstreinigung der Seen»
Das hat Umweltwissenschaftler Moritz Lehmann erforscht. Die Folgen von überschüssigem Stickstoff könnten gravierend sein.
Unsere Seen und der Klimawandel
«Klimawandel schwächt die Reinigungsfunktion von Seen», unter dem Titel hat die Universität Basel Ende Mai einen Vorgang beschrieben, der globale Folgen hat.
Konkret: Seen entfernen auf natürliche Weise überschüssigen Stickstoff aus dem Wasser. Eine neue Studie unter der Leitung der Universität Basel und der Eawag – das Wasserforschungsinstitut des ETH-Bereichs – zeigt, dass diese Reinigungsfunktion empfindlich auf die Erderwärmung durch den Klimawandel reagiert. Die Ergebnisse wurden in «Nature Microbiology» veröffentlicht.
«Todeszonen» mit Sauerstoffmangel an den Küsten
Die Folgen: Wenn die Seen Stickstoff nicht zurückhalten und abbauen, gelangt er über Flüsse ins Meer. Die Folgen können gravierend sein: Algenblüten in Küstenregionen, sogenannte «Todeszonen» mit Sauerstoffmangel und eine Belastung empfindlicher Ökosysteme.
«Die Studie zeigt, dass selbst relativ geringe Verschiebungen im saisonalen Durchmischungsrhythmus von Seen den Stickstoffkreislauf auf Seenebene und insgesamt den globalen Stickstoffkreislauf messbar beeinflussen können», erläutert Moritz Lehmann, Letztautor der Studie, im UniBâle-Podcast.
Was tun? Für Lehmann ist klar: Der Nährstoffeintrag in die Seen reduzieren und den Klimawandel verstärkt bremsen. Zu Letzterem meint er, dass es zunehmend schwieriger werde, das Rad herumzureissen. «Wir gehen nicht gut mit unserer Umwelt um», gibt er zu bedenken.
Mehr Informationen zur Studie.
UniBâle ist der Wissenschaftspodcast auf Prime News. Das Gespräch moderiert Claude Bühler. «UniBâle» ist eine Kooperation zwischen Prime News und der Universität Basel und wird präsentiert von Interpharma.
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