Passanten fordern bessere Basler «Trinkbrünneli»
Eigentlich wird das gratis Wasser geschätzt. Allerdings könnten die zuständigen Behörden die Fontänen optimieren.
- Passanten loben das frische Wasser an den Basler Trinkbrunnen aus Chromstahl, kritisieren aber den geringen Wasserdruck und Hygienemängel.
- Ein politischer Vorstoss fordert am Wielandplatz einen Brunnen mit Flaschenauslauf und Trinkschale für Hunde.
- Aus verschiedenen Gründen wurde einer Verbesserung oder einem Tausch eine Absage erteilt.
Für Passantinnen sind die Basler Trinkbrunnen aus Chromstahl eigentlich ein Segen. Gerade während der Bruthitze sollte man täglich 2 bis 5 Liter Flüssigkeit trinken. Doch die «Brünneli» haben auch Schwächen. Das zeigt eine Strassenumfrage unter Nutzerinnen und Nutzern.
So braucht es an den zylinderförmigen Wasserspendern viel Fingerspitzengefühl, um eine Flasche aufzufüllen. Eine Touristin aus Stuttgart äussert zudem Bedenken über die Hygiene. Der Wasserdruck sei so gering, dass man beim Trinken das Metall fast mit den Lippen berühre. Derartige Kritikpunkte aus der Bevölkerung haben die Trinkbrunnen aufs politische Parkett gebracht.
So hat Mitte-Grossrätin Andrea Strahm im Basler Grossen Rat einen Vorstoss durchgebracht, der die Auswechslung desselben Brunnenmodells am Wielandplatz fordert. Die Anwohner wünschen sich einen Brunnen, an dessen Auslaufrohr sie eine Flasche befüllen könnten, und keinen «Spucknapf», der sie an den Zahnarztbesuch erinnere. Zudem sollte der Brunnen für Tiere wie Hunde über eine Trinkschale verfügen (mehr zum Vorstoss hier).
Als Lösung für den Wielandplatz schlug Strahm einen sogenannten Basiliskenbrunnen vor. Die für Brunnen zuständige Regierungsrätin habe Strahm zugesichert, dass der Austausch am Wielandplatz «eine kleine Sache» sei. Strahm: «Esther Keller hat mir erklärt, dass der Chromstahlbrunnen zügig ersetzt werden könne.»
Wasserdruck variiert von Brunnen zu Brunnen
Eine Anfrage von Prime News beim Bau- und Verkehrsdepartement (BVD) zeigt: So einfach ist der Austausch nicht. Wegen einer zu kleinen Brunnenstube und des dadurch zu geringen Wasserdrucks müssten auf dem Wielandplatz erneut die Bagger auffahren.
Dem steht allerdings eine sogenannte Aufgrabungssperre entgegen. Das BVD hat sie verhängt, weil der Platz erst vor kurzem saniert und begrünt wurde.
Ein Augenschein im St. Johanns-Park zeigt dasselbe Problem. Dort spritzt das Wasser deutlich schwächer aus der Düse als beim Brunnen in der Freien Strasse. Trinkende müssen sich richtiggehend über den Brunnen beugen, um überhaupt trinken zu können.
Andrea Strahm sagt zu dem schwachen Wasserstrahl: «Ist ja toll. Gleichzeitig geben die Behörden uns schlaue Tipps, dass wir genug trinken sollen.»
Fraglich bleibt zudem, wie hygienisch das Ganze ist, wenn Saatkrähen und Tauben ebenfalls aus der Düse trinken.
Angebot wird geschätzt
Trotz ihrer Schwächen werden die Trinkbrunnen geschätzt. «Es ist toll, dass hier mitten in der Stadt Trinkwasser fliesst», sagt etwa Alexandre Anzuini aus Mulhouse.
Die Baslerin Dragana Sekulić gönnt sich beim Vorbeigehen regelmässig eine kleine Abkühlung. Der Kritik von Hundehalterinnen und Hundehaltern, dass die Chromstahlbrunnen ihren Vierbeinern keine Trinkschale bieten, entgegnet Sekulić: «Die sollten bei dieser Hitze sowieso immer ein Gefäss für ihre Tiere mitführen, das sie mit Wasser befüllen können.»
Auch für das Problem des Befüllens von Flaschen gibt es eine Lösung. Auf diese muss man allerdings zuerst kommen – und sie ist etwas umständlich. Drückt man den Daumen auf die Düse, erhöht sich der Wasserdruck. Dadurch können Nutzer einen weiter reichenden Strahl erzeugen, der sich mit etwas Zielgenauigkeit in den Flaschenhals lenken lässt.
Gerade an Hitzetagen wäre eine Vorrichtung zum Befüllen von Flaschen sinnvoll. Oder wie es der Franzose Anzuini ausdrückt: «Die Brunnen bräuchten halt einen Hahn oder so was Ähnliches.» Oder zumindest etwas mehr Druck.
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