Wende geglückt: MCH Group schreibt 18,6 Millionen Franken Gewinn
Der Messekonzern bleibt in den grünen Zahlen und steigert den Profit. Eine neue internationale Veranstaltungsreihe soll Strategie weiter stärken.
Noch im Jahr 2020 sprach man von einem «rabenschwarzen Jahr» für die MCH Group. Unter anderem wegen der Covid-Pandemie schrieb der Messekonzern hohe Verluste. Es war auch das Ende der Uhren- und Schmuckmesse in Basel. Seither arbeitete das Unternehmen auf eine Trendwende hin. Und die scheint nun definitiv geglückt, wie die heute Dienstag publizierten Zahlen für das Geschäftsjahr 2025 zeigen.
Die MCH Group konnte ihre Profitabilität im Jahr 2025 steigern. Der Reingewinn liegt bei 18,6 Millionen Franken (3 Millionen im Vorjahr), trotz einem leicht tieferen Betriebsertrag von 429,6 Franken (435,7 Mio. im Vorjahr).
«Durch gesteigerte operative Effizienz und die kontinuierliche Weiterentwicklung ihres Portfolios erzielte die Gruppe deutliche Fortschritte bei der Umsetzung ihrer strategischen Prioritäten», heisst es im Communiqué. Der leicht tiefere Umsatz sei hauptsächlich auf negative Währungseffekte sowie Effekte im «Eventzyklus» zurückzuführen. Zu konstanten Wechselkursen wuchs der Umsatz um 2 Prozent.
Die wichtigsten Kennzahlen 2025
- Betriebsertrag: 429,6 Millionen Franken (2024: 435,7 Mio.)
- Reingewinn: 18,6 Millionen Franken (2024: 3 Mio.)
- Netto-Cashflow: 30,4 Millionen Franken (2024: –6,6 Mio.)
Der Cashflow, also die liquiden Mittel, ist mit über 30 Millionen Franken klar positiv. Einen wesentlichen Beitrag leistete der Verkauf der Liegenschaft in Effretikon mit einem Mittelzufluss von 14 Millionen Franken. Gleichzeitig erwirtschaftete das operative Kerngeschäft einen Netto-Cashflow von 16 Millionen Franken.
Dies trotz gezielter Investitionen in neue Plattformen für 2026 wie beispielsweise den Health-Tech-Global-Summit (Prime News berichtete).
Art Basel bleibt die Cash Cow
Entscheidend und ein zentraler Wachstumstreiber bleibe die Art Basel als wichtigste Ergebnissäule der Gruppe. Mit der Expansion der Art Basel nach Katar – die politisch auch kritisch beäugt wurde – habe die MCH Group ihre globale Präsenz weiter ausgebaut und Zugang zu einer der wichtigsten Wachstumsregionen im internationalen Kunstmarkt geschaffen.
«2025 war für die MCH Group ein Jahr der Konsolidierung und des spürbaren Fortschritts», lässt sich Andreas Zappia zitieren. Der Verwaltungsratspräsident fungiert aktuell auch als CEO ad interim. «Trotz Marktvolatilität konnten wir unsere Profitabilität verbessern, unsere finanzielle Position stärken und gleichzeitig weiter in neue Plattformen investieren, die unser zukünftiges Wachstum unterstützen.»
Entsprechend optimistisch ist auch der Ausblick für das verbleibende Jahr. 2026 werde die MCH Group ihre Wachstumsstrategie konsequent weiterverfolgen, ihre internationale Positionierung stärken und ihr Portfolio globaler Plattformen weiter ausbauen, heisst es in der Medienmitteilung.
Globales Forum soll WEF in Davos Konkurrenz machen
Am Montag sorgte denn auch das neu geplante «Project Basel» für internationale Schlagzeilen. Zusammen mit dem «Futurific Institute» von MCH-Group-Grossaktionär James Murdoch und seiner Ehefrau Kathryn Murdoch, plant die MCH Group ein neues Ideenforum. Das berichtete zuerst Vanity Fair. In den hiesigen Medien wird das Project Basel als WEF-ähnliches Eliteforum gelesen.
In seinem Communiqué gibt sich der Messekonzern zurückhaltender. Man bereite mit dem Futurific Institute eine neue globale Veranstaltungsreihe vor, «die Zukunftsthemen durch Konferenzen, Challenges und öffentliche Formate sichtbar macht». Der Start ist für 2027 in Basel selbst geplant.
«Unsere Ambition ist es, global relevante Plattformen zu entwickeln und gleichzeitig tief in Basel verwurzelt zu bleiben», sagt Zappia dazu. Der Kanton Basel-Stadt ist mit Anteilen von über 37 Prozent einer der Hauptaktionäre des Messekonzerns. (as)
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