Tipps: So schützen Sie sich vor betrügerischem Datenmissbrauch
Telefonanrufe im Namen von Banken oder Phishing-Mails. Kriminelle werden immer einfallsreicher. Die Polizei Basel-Landschaft informiert.
Die Methoden von Internetbetrügern werden immer raffinierter – und die Zahl der Betroffenen nimmt stetig zu. Ob gehackte Benutzerkonten, gestohlene Identitäten oder angebliche Bankmitarbeitende am Telefon: Kriminelle nutzen gezielt das Vertrauen und die Unsicherheit ihrer Opfer aus. Alleine im Kanton Basel-Landschaft erbeuteten im letzten Halbjahr sogenannte falsche «Cybersecurity-Mitarbeitende» von Banken rund 1.15 Millionen Franken.
Ein häufiges Ziel von Betrügern sind persönliche Benutzerkonten, ein sogenannter Identitätsdiebstahl. Gelingt es ihnen, Zugang zu E-Mail-, Shopping- oder Social-Media-Konten zu erhalten, nutzen sie diese für betrügerische Inserate, Einkäufe oder sogar für verletzende Beiträge im Namen der betroffenen Person. Oft genügt dafür ein schwaches Passwort oder dasselbe Passwort auf mehreren Plattformen. Gelangen Zugangsdaten durch Datenlecks oder sogenannte Phishing-Nachrichten in falsche Hände, haben Kriminelle leichtes Spiel.
Beinahe täglich werden wir mit sogenannten Phising-Mails/Nachrichten konfrontiert. Die Täter versenden täuschend echte E-Mails oder Nachrichten, die angeblich von Banken, Paketdiensten oder bekannten Unternehmen stammen. Darin werden die Empfänger aufgefordert, auf einen Link zu klicken und ihre Zugangsdaten einzugeben. Dank künstlicher Intelligenz wirken solche Nachrichten heute professioneller denn je – fehlerfreie Sprache und glaubwürdige Logos inklusive.
Bester Schutz: Gesunder Zweifel
Besonders alarmierend sind derzeit betrügerische Telefonanrufe im Namen von Banken. Die Täter geben sich als Mitarbeitende einer Sicherheitsabteilung aus und warnen vor angeblich verdächtigen Zahlungen oder gehackten Konten. Mit geschickter Gesprächsführung setzen sie ihre Opfer unter Druck und verlangen, ein Sicherheitsprogramm oder eine Fernwartungssoftware wie «Anydesk» zu installieren. Wer darauf eingeht, gewährt den Betrügern direkten Zugriff auf Computer oder Smartphone – und damit oft auch auf das E-Banking.
Wichtig zu wissen: Rufnummern können gefälscht werden, sogenanntes Spoofing. Selbst wenn im Display scheinbar die Telefonnummer der Bank erscheint, ist Vorsicht geboten. Banken fragen niemals telefonisch nach Passwörtern, PIN-Codes oder vollständigen Kontodaten. Ebenso wenig verlangen sie die Installation von Fernwartungssoftware.
Der beste Schutz bleibt deshalb ein gesunder Zweifel. Verwenden Sie starke und unterschiedliche Passwörter, aktivieren Sie wenn möglich die Zwei-Faktor-Authentifizierung und prüfen Sie regelmässig Ihre Kontenaktivitäten. Geben Sie persönliche Daten oder Ausweiskopien niemals leichtfertig weiter und reagieren Sie skeptisch auf unerwartete Nachrichten oder Anrufe. Wer sich unsicher fühlt, sollte das Gespräch sofort beenden und ausschliesslich die offiziellen Kontaktwege der Bank oder des Unternehmens nutzen.
Die wichtigsten Verhaltenstipps auf einen Blick:
- Für jedes Konto ein eigenes, starkes Passwort verwenden
- Zwei-Faktor-Authentifizierung aktivieren
- Niemals Passwörter, PIN-Codes oder Kontodaten weitergeben
- Keine unbekannte Software oder Fernwartungsprogramme installieren
- Vorsicht bei Links in E-Mails oder Nachrichten
- Ausweiskopien und persönliche Daten nicht leichtfertig verschicken
- Rufnummern und Absender kritisch prüfen – diese können gefälscht sein
- Bei verdächtigen Anrufen sofort auflegen
- Kontobewegungen und Benutzerkonten regelmässig kontrollieren
- Informieren und warnen Sie Familie und Freunde vor solchen Betrugsmaschen.
- Im Verdachtsfall sofort Bank oder Plattform über die offiziellen Kontakte informieren und Anzeige bei der Polizei erstatten
Die Polizei Basel-Landschaft wünscht Ihnen, dass Sie sicher und aufmerksam durch den digitalen Alltag gehen – und Betrügern somit keine Chance geben.
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